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1040er Oberteile selbermachen?

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dbsys:

--- Zitat von: ari.tao am So 22.01.2017, 16:26:35 ---Weiß denn niemand, was aus C-Lab geworden ist? Einfach pleite & Adieu, und das war´s? Und die Mitarbeiter & Zulieferer haben daraufhin alle Suizid begangen?


--- Ende Zitat ---

Die Firma C-Lab existiert meines Wissens nach nicht mehr. 

Ursprünglich hat C-Lab die Software Creator und Notator für den Atari entwickelt. Später haben sich die Gründer getrennt und die Notator-Software wurde von Emagic weiterentwickelt und vermarktet. Danach hat Emagic die Software Logic für den Falcon begonnen, aber nicht wirklich fertig gestellt, sondern ist mit Logic auf die Mac und Windows Plattform umgeschwenkt. Jahre später hat Apple Emagic gekauft und die Entwicklung von Logic für Windows eingestellt. Die Software-Engine von Logic für Windows ist meines Wissens nach von der Berliner Softwareschmiede Magix übernommen worden und stellt den Unterbau der Magix Music Maker Softwarelinie dar. Emagic gibt es noch, unter dem Dach von Apple.

Die C-LAB Digital Media GmbH hat damals eine Lizenz für die weitere Produktion und Vermarktung des Falcon von Atari erworben. Hieraus sind die C-Lab Falcons entstanden. Zunächst unverändert im Atari Falcon Gehäuse. Später dann im 19" Metallgehäuse. Allzu lang hat es diese Rechner aber allesamt nicht gegeben. Ich erinnere mich an eine Anekdote, die besagte, daß die Produktion des C-Lab Falcons im Pultgehäuse deswegen eingestellt wurde, weil die Gußform für das Gehäuse zerbrochen sei. C-LAB Digital Media GmbH ging vermutlich ca. 2006 pleite.

Später gab es dann die C-LAB Media Service GbR, Burkhard Bürgerhoff. Ob diese Firma tatsächlich noch aktiv ist, kann ich nicht sagen. Die Webseite trägt das Copyright-Datum 2009. Die "News" dort stammen aus dem Jahr 2010. Der aktuellste Sonderpreis-Newsletter ist vom April 2012. Der verlinkte Twitter Account von C-Lab wurde im Februar 2011 letztmalig mit neuen Einträgen versehen.

Mit Burkhard Bürgerhoff war ich vor einigen Jahren mal in Kontakt. Ich hatte ihn damals gebeten, die Informationen über die Modifikationen am Falcon freizugeben. Er hat mir damals glaubhaft versichert, daß aus der Atari-Zeit keinerlei Unterlagen mehr existieren würden.

Gast120501:

--- Zitat von: neogain am So 22.01.2017, 17:18:37 ---
da waren noch die Gussformen für den A1200 vorhanden. Ist dann natürlich bedeutend einfacher. Auf der Homecon letztes Jahr war auch der ehemalige Commodore (Vertriebs)chef anwesend, hat einen Vortrag gehalten und auch A500 Gehäuse (nagelneu) vertrieben. Tja, im A... Lager ist man da deutlich besser aufgestellt.

--- Ende Zitat ---

Das war Petro Tschychtschenko (hoffentlich hab ich es richtig geschrieben) höchstpersönlich, letzter Chef von Commodore Deutschland, Chef von Amiga Technology usw. Und er verkaufte originale Escom-A1200 Gehäuse, die er noch im Lager rumfliegen hat.

Zur Kostenabschätzung: Ich habe mal in einer Firma wo ich arbeitete, eine abgwandelte Blende für ein PC-Gehäuse beim Mutterhaus in Auftrag gegeben. Diese Formäderung - der Unterschied war ohne Ausschnitt für eine Floppy - kostete 50.000 US-Dollar. Das wurde dann auch nur gemacht, weil ich einen Kunden hatte, der das unbedingt haben wollte und 20.000 Stück abnahm. Es ging hier nicht um eine völlig neue Form, sondern nur um eine Änderung.

Es gab übrigens auch Aufsätze für 520er und 1040er von der Firma Lighthouse, die auf die Unterschale gesetzt wurden. Die hatten einen Blechboden, worauf man Laufwerke usw. montieren konnte, und dann einen Kunststoffdeckel. Das sah sogar einigermaßen gut aus. Der 520 oder 1040 wurde dadurch etwa 3x so hoch, weil die Dinger Platz für zwei Laufwerke übereinander hatten.

Ich denke, momentan ist es einfacher, einen ganzen vollständigen Rechner zu bekommen, als einzelne Gehäuseteile.

Lynxman:

--- Zitat von: 1ST1 am So 22.01.2017, 19:12:51 ---Es gab übrigens auch Aufsätze für 520er und 1040er von der Firma Lighthouse, die auf die Unterschale gesetzt wurden. Die hatten einen Blechboden, worauf man Laufwerke usw. montieren konnte, und dann einen Kunststoffdeckel. Das sah sogar einigermaßen gut aus. Der 520 oder 1040 wurde dadurch etwa 3x so hoch, weil die Dinger Platz für zwei Laufwerke übereinander hatten.

--- Ende Zitat ---

Das ist irgendwie an mir vorbeigegangen.
Ich hatte einen Lighthousetower für den 1040er.

Das Tastaturgehäuse von Lighthouse habe ich noch.

Gast120501:
Die Tower kamen später. Schau mal in die Annoncen-Seiten der ST-Computer rein, so '86/87, da findest du diese Aufsatzgehäuse. Mein Onkel hatte so eins. Da war so viel Platz drin, dass ich ihm eine ganze SH204 (Hostadapter, Adaptec-Controller, 2x 20 MB 3.5er MFM-Platte und Netzteil reingefrickelt habe. Das Netzteil ersetzte dann gleich auch noch das externe 520ST Netzteil. Einige Zeot später haben wir dann aber die SH204 wieder ausgebaut und durch eine 60 MB SCSI-Platte ersetzt. Ich hab dann mit einem NE555 noch eine "Einschaltverzögerung", gebaut, über einen Poti konnte man einstellen, wie lange /RESET auf Low gehalten wurde. Die selbe Schaltung ist auch in meinem Tower drin, habe sie aber seit TOS 2.06 runtergedreht, so dass sie nicht mehr verzögert.

Der Zusammenbau dieser Lighthouse-Desktopgehäuse war übrigens eine Katastrophe, es stapelte sich alles darin wie in einem Hamburger. Um an die Hauptplatine ran zu kommen, musste alles zerlegt werden.

Gast160608:
Das sind ja wirklich interessante Informationen.

--- Zitat von: dbsys am So 22.01.2017, 17:37:25 ---Mit Burkhard Bürgerhoff war ich vor einigen Jahren mal in Kontakt. Ich hatte ihn damals gebeten, die Informationen über die Modifikationen am Falcon freizugeben. Er hat mir damals glaubhaft versichert, daß aus der Atari-Zeit keinerlei Unterlagen mehr existieren würden.
--- Ende Zitat ---
Er müßte doch wenigstens noch wissen, wohin die Rechte gegangen sind?
Und wer die Blechgehäuse gefertigt hat?
Oder kann man die Dinger einfach so nachbauen?

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