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Atari Netzteile 1040ST/STE/Falcon/TT Spannungsprobleme was tun?
Gast120501:
Arthur, Gleichrichter sind ja einfach nur vier Dioden. Die sind entweder ganz oder kaputt. Irgendwas dazwischen gibts nicht. Und Kaputt heißt enteder sie leiten in beide Richtungen oder garnicht. Das eine würde dazu führen, dass bei dir in der Wohnung ständig eine Sicherung rausfliegt, und das andere dazu, dass der Rechner garnicht läuft.
Arthur:
Dann lieg ich ja richtig. Gibt es denn vom Netzteil mit Poti irgendwo einen Schaltplan im Netz? In Irata's Linkliste hab ich es nicht gefunden.
guest522:
Ich möchte 1ST1 hier zum Teil widersprechen. Gleichrichter bzw. Dioden sind Halbleiter. Auch die können erheblich altern, da die Dotierungen nicht mehr so sind wie sie sein sollten. Ich glaube das nennt man Elektromigration. Jedenfalls wird im atari-forum sogar empfohlen evtl. vorhandene (MSTE/TT) Optokoppler zu tauschen. Die Siebteile tausche ich dann übrigens auch immer gleich mit.
Lukas Frank:
--- Zitat von: Arthur am Mi 10.04.2013, 21:12:48 ---... gibt es denn vom Netzteil mit Poti irgendwo einen Schaltplan im Netz? In Irata's Linkliste hab ich es nicht gefunden.
--- Ende Zitat ---
Es gibt keine Schaltpläne im Netz. Es gibt 6 und mehr verschiedene Atari ST Netzteile (einschliesslich der Megafile Platten) immer von verschiedenen Herstellern und immer in anderen Schaltungen ...
Gast120501:
--- Zitat von: Idek Tramielski am Mi 10.04.2013, 21:18:01 ---. Ich glaube das nennt man Elektromigration.
--- Ende Zitat ---
Elektromigration gibt es tatsächlich. Das bedeutet, dass Silizium-Atome von einer Stelle abwandern, und sich an einer anderen Stelle anreichern. Elektromigration bedingt 100°C Wärme, damit sich Atome überhaupt aus dem Kristallgitter von Silizium lösen und es wird ein magnetisches Feld benötigt.
So ein 1040 benötigt etwa 30 Watt, eine Diode hat eine Durchlassspannung von 0,3V, wo also die Spannung am Ausgang kleiner ist als am Eingang der Diode. Daraus kann man errechnen, dass so eine Diode eine gewisse winzige Leistung verbrät, sprich in Wärme umwandelt. Aber 100°C erreicht die im Normalbetrieb nie, das heißt, wenn sie nicht höher belastet wird, als vorgesehen.
Ja, es gibt Elektromigration. Nein, bei einer Gleichrichterdiode spielt sie im Normalbetrieb keine Rolle. Eher verdampft eine Diode bei Überlastung.
Die Elektromigration spielt bei hochintegrierten Schaltkreisen, die viel Strom verbrauchen eine Rolle, z.B. bei aktuellen Prozessoren, welche unter anderem genau deswegen aktiv gekühlt werden müssen. In diesen CPUs gibt es millionen winziger Leiterbahnen, Transostoren usw, und die muss man in der Tat vor Elktromigration aktiv kühlen, denn sonst lösen sich in der Tat Atome aus dem Kristallgitter, was Leiterbahnunterbrechnungen und Kurzschlüsse zwischen benachbarten Leiterbahnen auslösen kann. Dann ist die CPU kaputt. Der 68000er oder die MMU oder beliebige andere Chips im ST sind durch EM eher betroffen, als eine Gleichrichterdiode.
Weiterführende Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Elektromigration
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