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unbekannter SCSI-Controller

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guest3766:
Was fur eine nette Überraschung! Ja, das Teil habe ich verbrochen.

Es war als Bus-system für den Atari ST (DMA port/"ACSI") konzipiert. Die individuellen Karten kann man nach vorne rausziehen nachdem man die zwei Schrauben löst.

Der Rest ist im Prinzip nur ein dummer Bus mit Stromversorgung. Richtig erkannt: ein 7805 Spannungsregler erzeugt 5V, damals brauchten die wenn ich mich richtig erinnere mindestens 7.5V Eingangsspannung. Und da die billigen Steckernetzteile üblicherweise aufrunden, heisst das 9-12V "Nennspannung". Ich bin mir ziemlich sich das "+" in der Mitte war, wie andere bereits sagten das ist einfach zu überprüfen indem man sieht womit die negative Seite des Elko's verbunden ist.

Wenn man genau hinsieht kann man erkennen das die Bus-karte 4 Steckplätze hat, von denen aber nur zwei bestückt sind.

Die untere Karte bereitet das Signal vom ACSI port auf für den Bus (Leistungstreiber etc). Der DIP switch stellte die DMA-Addresse ein. Die Logik steckt (wie auch schon erkannt) in einem GAL (20V8?). Das Teil war die Achillesferse des ganzen Systems, diese Dinger haben gerne nach ein paar Jahren ohne erkennbaren Grund den Dienst eingestellt.

Steckkarten für den Bus gab es mehrere. Die gezeigte Karte ist wie richtig erkannt ein SCSI-controller. Hauptanwendung waren hier Massenspeicher (die damals beliebten Syquest Wechselfestplatten, die grossen Verbatim "Floppies", dicke SCSI Festplatten usw). Ich hatte aber auch Treiber für high-end  Scanner, und sogar ein "very local area network" basierend auf SCSI. Der DIP-switch auf der SCSI-karte war für die Bus-Adresse (die SCSI Adresse wurde über software eingestellt).

Eine weitere Karte existierte für den GPIB (IEEE 488) Bus, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr erinnern wofür das Ding war (Scanner? Drucker? Labor-geräte?)

Aber die Hauptanwendung für den Bus waren Satzbelichter für den schon genannten Calamus (für den ich einiges an Code beigesteuert habe, aber das ist eine andere Geschichte). Die erste Karte war für einen Agfa-Compugraphic Satzbelichter, und viel komplexer als die SCSI Karte.

Später gab es dann auch noch eine Karte für Linotype Belichter.

Treiber waren für das Ding absolut notwendig. Für die Satzbelichter waren das Calamus Druckertreiber. Für Scanner waren das GDPS-kompatible Treiber (viele übrigen in GFA-basic!). GDPS war übrigens auch eine meine Kreationen, ursprünglich war das "Gerti's Driver Piping System".

Für SCSI kamen die Treiber von einer "Boot-floppy". Das war ein super-minimaler Treiber in Assembler, damit man nicht ewig auf die Floppy warten musste.

Leider ist der Großteil der Entwicklungsdaten und Hardware bei meinem Umzug 1994 in die USA in Deutschland geblieben und an verschiedene Leute verteilt worden, mit denen ich nicht mehr im Kontakt stehe. Mein TT, ein paar Syquests und Floppies sind dann einige Monate später mit dem Boot hier angekommen, aber ich weiss nicht ob ich das Ding damals überhaupt nochmal in Betrieb genommen habe.

Aber selbst mit dem Treiber ist es fraglich ob das o.a. GAL noch in Takt ist. Also würde eine erfolgreiche Wiederinbetriebnahme schon fast an ein Wunder grenzen...

Aber vielen lieben Dank für diesen "Blast from the Past"! Fragen beantworte ich natürlich gerne, soweit das Zeit und Erinnerungsvermögen erlauben ;-)

Gerd

guest3766:

--- Zitat von: ditto am Do 03.12.2015, 08:47:21 ---Auf der einen Platine steht "Atari DMA-Adapter".
Entsprechend gehört der Adapter zumindest in das Umfeld der Atari Rechner.

--- Ende Zitat ---

Richtig, Atari ST/TT


--- Zitat von: ditto am Do 03.12.2015, 08:47:21 ---Ob nun ein Scanner angesteuert wird, oder eine Festplatte ist wohl nur Treibersache.

--- Ende Zitat ---

Korrekt.


--- Zitat von: ditto am Do 03.12.2015, 08:47:21 ---Aber ich geb dir Recht, evtl. existiert dafür kein HDD-Treiber.

--- Ende Zitat ---

Leider.


--- Zitat von: ditto am Do 03.12.2015, 08:47:21 ---Da der Controller eine rel. hohe Seriennummer hat, aber kaum bekannt ist, deutet das schon auf eine industrielle Nutzung hin.

--- Ende Zitat ---

Seriennummer ist WYYMMDD (W=wer's gelötet hat, "G" ist da meine Wenigkeit, und der Rest ist das Datum wann die Karte gelötet wurde.

Es gab höchstens ein paar Dutzend von den Dingern.

KarlMüller:

--- Zitat von: gerti am Do 03.12.2015, 17:52:48 ---Für Scanner waren das GDPS-kompatible Treiber (viele übrigen in GFA-basic!). GDPS war übrigens auch eine meine Kreationen, ursprünglich war das "Gerti's Driver Piping System".

--- Ende Zitat ---
Zumindest die Treiber Definition ist nicht verloren. ;-)

http://toshyp.atari.org/de/00f006.html

Gast120501:
Hui, höchst interessante Sache und wir haben vieles richtig erraten! Nützt halt nicht viel, der Hostadapter ist so wie ich das jetzt verstanden habe kein bischen AHDI-kompatibel.

ditto:
Hallo gerti,
es ist toll, daß du prompt auf meine EMail reagiert hast, um gleich hier im Forum Licht ins Dukel zu bringen.
Für mich waren auch die beiden Widmungen auf den Rückseiten der Platinen was Besonderes.

Wer hat diese "paar Dutzend" Controller produziert und zusammengesetzt?
Ist die Ähnlichkeit zum Supercharger Zufall?
Hatte das Gerät eine bestimmte Bezeichnung?
Wie, oder durch wen, an wen wurden die Geräte vertrieben?

Ich glaube nicht, das sie irgendwie für den Massenmarkt beworben wurden. Zumindest kann ich mich
nicht dran erinnern.

Auf jeden Fall freut es mich, den Entwickler dieses Stücks Atari-Geschichte kennengelert zu haben und hoffe, noch öfter von dir hier zu lesen.

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