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Externe 5,25" HD Floppy zum Mega STE

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Burkhard Mankel:
Ich möchte in einem freien 5,25" Schacht meines SCSI Towers ein CHINON FR-506 einbauen und als externes Drive ausschließlich für den Mega STE betreiben. Dazu möchte ich noch einige Fragen klären:
1. Das HD detekt Signal - das am Shugart Pin 2 abgegriffen werden können soll - muß doch irgendwie dem STE übermittelt werden, oder sehe ich das verkehrt?
Für den Mega STE ist - wie (vermutlich) auch am TT und Falkon - im Handbuch folgende Belegung angegeben: 1 - Read Data, 2 - Side 0 Select, 3 - Masse, 4 - lndex Pulse, 5 - Drive Select (extern), 6 - Interner Pull-up, 7 - Masse, 8 - Motor On, 9 - Direction In, 10 - Step, 11 - Write Data, 12 - Write Gate, 13 - Spur 00 Erkennung, 14 - Schreibschutz. Für die kleinen ST's ist die Belegung der Floppy-Buchse gleich bis auf die Drive-Selekt Signale, die sollen bei STf und Mega am Pin 6 gar nicht beschaltet sein und bei den kleineren ohne integriertem Laufwerk am Pin 6 DS1 und Pin 5 mit DS0 beschaltet sein.
Könnte ich dem M-STE über Pin 6 das "HD-Detect" übermitteln, ohne großartige Veränderungen am Computer selbst vornehmen zu müssen? Was heißt "Interner Pull-up" überhaupt?
2. Ich möchte ein vorhandenes Floppy-Flachbandkabel zur internen Rückwandverbindung nutzen und dort an eine (zB 15pin) Sub-D Buchse legen. Was ist besonderes zu beachten? Wie lang darf ein Kabel zur sicheren Datenübertragung überhaupt werden?

Gast120501:
Die gesamte Kabellänge darf ruhig auch 1 Meter sein (inklusive dem internen Kabels zur internen Floppy!), die Datenraten auf dem Shugart-Bus sind nicht so hoch, dass das kritisch wäre. Mach es so kurz wie möglich, aber so lange wie nötig. Pullup bedeutet, dass da im Mega-STE das Signal über einen Widerstand auf 5V gehalten wird, sprich, sollte ein Laufwerk auf dieses DS-Signal gejumpert sein (z.B. wenn man DAU-mäßig doch mal zwei SF314 anschließt, dann das zweite), so würde es still halten. Wenn der Widerstand groß genug ist (Kiloohm oder mehr) müsstest du den nicht mal auslöten, und hättest einen einfach zu erreichenden Punkt, wo du im MSTE das HD-Signal abgreifen kannst. Übrigens ist in den 1040ern Pin 6 auch beschaltet, bzw. lässt sich über interne Jumper mit einem Driveselect-Signal belegen, das haben wir erst vor ein paar Wochen hier im Forum diskutiert, Beim 1040STE ist das sogar so geschickt gemacht, dass man internes und externes Laufwerk A: B: miteinander vertauschen kann, auch mit einem Kippschalter (2x um).

Aber: 5,25-Zoll-HD-Laufwerke haben keine Möglichkeit, HD-Disketten anhand einer Kerbe oder so zu erkennen, das heißt, sie melden auch kein HD-Signal an den Rechner, der Rechner selbst muss nacheinander versuchen, eine Diskette mit 8 oder 16 MHz zu lesen und dabei selbst das HD-Signal setzen um das Laufwerk im Modus umzuschalten. Das kann nur der TT und Falcon, beim (Mega-)ST/STE musst du dir damit behelfen, dass du das HD-Signal mit einem Kippschalter umschaltest, wenn du HD-Disks lesen willst, am besten mit dem Drive-Select-Signal UND-Verknüpft, damit das HD-Signal vom Schalter nur in den Rechner gelangt, wenn das Laufwerk angesprochen wird.

Lukas Frank:
Um das HD Signal von PIN 2 vom internen Floppykabel nach außen zu legen würde ich in die Rückwand eine kleine 3,5mm Mini-Klinkenbuchse einbauen und den externen Floppyanschluss so lassen wie er ist ...

... was willst du denn mit einer 5,25er Floppy am Mega STE anstellen ?

Burkhard Mankel:

--- Zitat von: 1ST1 am Sa 31.08.2013, 14:44:51 ---Aber: 5,25-Zoll-HD-Laufwerke haben keine Möglichkeit, HD-Disketten anhand einer Kerbe oder so zu erkennen, das heißt, sie melden auch kein HD-Signal an den Rechner, der Rechner selbst muss nacheinander versuchen, eine Diskette mit 8 oder 16 MHz zu lesen und dabei selbst das HD-Signal setzen um das Laufwerk im Modus umzuschalten. Das kann nur der TT und Falcon, beim (Mega-)ST/STE musst du dir damit behelfen, dass du das HD-Signal mit einem Kippschalter umschaltest, wenn du HD-Disks lesen willst, am besten mit dem Drive-Select-Signal UND-Verknüpft, damit das HD-Signal vom Schalter nur in den Rechner gelangt, wenn das Laufwerk angesprochen wird.

--- Ende Zitat ---
Schon wieder was, wo wir Meinungsverschiedenheiten haben! Aber kein Streit: Ich hatte für den XL - ich weiß nicht mehr, ob in den 80ern oder schon in meiner ST-aktiven Zeit - mal neue Disks gebraucht. Dort, wo ich welche Fand hatte ich mich dann verguckt und sogenannte HD Disks gekauft. Beim Beschreiben mit dem XL bekam ich dann auch Probleme. Ich weiß auch nicht mehr, woher ich die Info dann bezog, aber es hätte irgendwie mit der Index-Lochung zu tun, die wohl bei HD Disks etwas anders gehalten ist als bei den DD-Disks, die auch am 800XL verwendet werden.

Gast120501:
Nein Burkhard, das Index-Loch ist bei 5,25" HD-Disks genau an der selben Stelle wie bei DD-Disks. Du kannst ja mal dein HD-Laufwerk analysieren. Denn wenn das so wäre, und das HD-Laufwerk kann ja auch DD-Disketten bis runter zu 360 KB/40Tracks lesen, dann müsste es ja zwei Index-Sensoren haben. Du wirst aber feststellen, das hat es nicht. Du verwechselst das vielleicht mit hartsektorierten Disketten, wo es nicht nur 1 Indexloch für den Spuranfang gibt, sondern für jeden Sektor ein eigenes Indexloch in der Diskette. Solche Disketten sind aber exrem rar und weder für MS-DOS-PCs, Ataris, Commodores oder Apples gemacht, sondern für irgendwelche extrem exotische Sachen im Mainfraime-Bereich der 1970er. ich habe so eine harstsektorierte Diskette ein mal in meiner nun schon 30 jährigen IT-Karriere gesehen, als 8 Zoll Diskette. (Die CBM VC1541 kann solche hartsektorierten Disketten aber verwenden, weil sie das Indexloch nicht auswertet! Bei der 1050 weiß ich das nicht.)

Du hattest mit deinem XL Probleme die HD-Disks zu beschreiben, weil die Magnetisierung des DD-Laufwerks-Schreibkopfes nicht stark genug ist, um die Elementarmagneten der HD-Disk auszuruchten. HD-Disketten benötigen ein stärkeres magnetisches Feld (höherer Schreibstrom) um beschrieben zu werden und liefern gleichzeitig beim Lesen ein schwächeres Signal als DD-Disketten, was wiederum den DD-Laufwerken nicht ausreicht, damit sie die Daten lesen (zu schwache Leseverstärker) können (selbst mit der niedrigeren Datenrate von DD-Formaten!). Dein HD-Laufwerk musst du per Kippschalter in den HD-Modus zwingen, damit des die Schreibleseverstärkung zwichen DD- und HD-Betrieb umschaltet, und gleichzeitig musst du mit dem Kippschalter den Floppycontroller zwischen 8 und 16 MHz umschalten.

Burkhard, mein Freund, das ist Physik, die lässt sich nicht austricksen. Und da gibts auch nix zu streiten, ich bitte dich dieses Wort nie mehr in diesem Forum zu gebrauchen.

Und wenn du mir nicht glaubst, siehe z.B. hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/CBM-Diskettenlaufwerke


--- Zitat --- Alle diese Laufwerke waren trotz ihrer erhöhten Schreibdichte weiter auf SD-Disketten (nur jetzt in doppelseitigem Betrieb, Double Sided, DS, also DS SD) ausgelegt und versagten regelrecht bei HD-Diskettenmaterial, weil dieses höhere Schreibströme benötigt hätte. Dies war eine Quelle für zahlreiche Missverständnisse und Fehler bei Benutzern.
--- Ende Zitat ---

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