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Gigafile - manchmal Bootprobleme

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Atariosimus:
Aufmerksam auf Exxos Artikel geworden

https://www.exxoshost.co.uk/atari/last/gigafile/index.htm

habe ich auch manchmal Bootprobleme. Diese finde ich zwar nicht so schlimm wie bei Exxos,
denn booten geht irgendwie immer aber vielleicht kann man da noch etwas optimieren.
Die Gigafile habe ich jetzt mehr als ein halbes Jahr im Einsatz.

Zunächst ist bei mir eine interne Gigafile mittels Adapter im MegaSTE eingebaut. Bei Exxos
ist diese extern.

Symptome:

1) Der Rechner wird frisch gestartet und zeigt dann nur die Floppylaufwerke an ohne Festplattensymbol.
Dabei wird der Speichertest nicht unterbrochen oder irgendeine Taste gedrückt.
Die Gigafile wird nach einem Kaltstart einfach nicht erkannt. Nach Drücken des Resetknopfes kommt sie dann. Dieser Vorgang passiert sehr häufig, wenn der Rechner zum ersten mal gestartet wird, also Stromschalter auf ein. Gelegentlich klappt es auch sofort.

2) Drücke ich Reset, weil ein Programm abgestürzt ist oder einfach um ein Programm zu unterbrechen,
direkt nach dem Hochfahren oder auch später, kommen 4 Bomben.
Hier hilft nur mehrmaliges längeres Drücken der Resettaste um die Gigafile wieder booten zu lassen.
Die 4 Bomben erweisen sich dann als sehr hartnäckig. Kurzes Drücken reicht nicht aus sondern 10 bis 20 Sekunden oder auch länger. Das passiert mit großer Häufigkeit.

Die PSU ist komplett mit neuen Kondensatoren ausgerüstet. Deshalb gehe ich nicht als Ursache
von dieser aus. Wie Exxos schreibt hat er Kondensatoren zwischen Masse und ACK sowie DRQ Leitung
in der Größenordnung von 220 pF und 370pF am Adapter angelötet. Damit konnte er das Problem
lösen.

Sofern die Gigafile richtig gebootet hat läuft diese sehr stabil. Die Software von Uwe Seimet
ist die Version 10.

Interessant fand ich noch folgende Bemerkung vom Hersteller der Gigafile:


--- Zitat ---I emailed the makers of Gigafile who said.

The problem is, that there are a various of chips with different timings. In principle it is possible to adjust the GigaFile individually but not for all together
--- Ende Zitat ---

Gast160608:
Vielleicht muß da schlicht eine kleine Boot-Verzögerung ´rein?
(So wie früher bei Platten, die vor dem Rechner gestartet werden mußten).

Atariosimus:
Kann sein, die Symptome müßten eigentlich auch andere haben vermute ich.
Vielleicht melden sich ja noch ein paar um das zu bestätigen.

Gast120501:
Hat nix mit einer Boot-Verzögerung zu tun. Die hat ja TOS 2.06 durch den Speichertest und den anschließenden Warte-Balken schon drin. Hat auch nix mit Elko-Problemen im Netzteil zu tun.

ACK sowie DRQ sind ja Signale auf dem ACSI-Bus. Und jetzt überlegen wir mal, was Kondensatoren auf geschalteten Steuersignalen machen...

Die Natur eines Kondensator ist, sich bei angelegter Spannung (mehr oder weniger langsam) aufzuladen. Das heißt, du legst schlagartig (über einen Vorwiderstand, der kann auch einfach ein Draht sein) an den Kondensator eine Spannung an. Das bedeutet, der Kondensator hat nicht schlagartig auch diese Spannung, sondern er lädt sich bis zur Maximal-Spannung auf. Die Zeit, die er braucht, um sich aufzuladen gibt man pauschal mit "5 mal Tau" an, wobei die Zeitkonstante Tau = R * C, also Vorwiderstand R mal Kapazität C. Je kleiner R, um so schneller, je größer die Kaparität C, um so langsammer. Während er sich auflädt, fließt ein Strom durch den Kondensator, der um so geringer wird, je weiter sich der Kondensator auflädt. Ist er vollständig aufgeladen, fließt nur noch ein winziger Leckstrom. Die Spannung folgt dabei einer e-Funktion. Ähnliches passiert auch, wenn man an einen aufgeladenen Kondensator plötzlich Masse anlegt, der Kondensator entlädt sich wieder, es fließt ein Strom aus dem Kondensator heraus, und die Spannung am Kondensator wird immer kleiner, auch hier beträgt die Entladezeit wieder 5 mal Tau.

Das heißt, das Signal ACK und DRQ wird durch die  Kondensatoren verändert, man sagt auch "verschliffen" oder verzögert, das Low-Signal liegt länger an, als ohne den Kondensator, auch der High-Pegel wird länger gehalten.

Hier mal eine Prinzip-Skizze, die das mit der Zeitverzögerung des Signals darstellt. Ich hoffe, das macht verständlich, was Kondensatörchen auf Signalleitungen so machen. Und wenn du jetzt auf dem ACSI-Bus den WIderstand R suchst, es ist die Leiterbahn, das Kabel, der Stecker, die haben nämlich auch einen Widerstand, der ist klein, aber die angelöteten Kondensatörchen auch. Der Effekt ist minimal, aber bei Exxos hat es wohl gereicht, denn die Wege der Elektronen sind manchmal auf den ersten Blick unergründlich, und Hochfrequenz (wir reden auf dem ACSI-Bus von 8 MHz) ist sowieso Voodoo. (Anmerkung: Die Entladekurve ist mir besser gelungen als die Ladekurve)

Atariosimus:
Hast oder hattest Du denn auch solche Symptome? Schöne Erklärung übrigens.

Exxos hatte bisher immer sehr gute Tipps. Ich besorg mir auch mal solche Kondensatoren,
wenn es nicht hilft kommen die wieder weg.

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