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Mause-Fallen!
Gast120501:
--- Zitat von: ari.tao am Fr 10.11.2017, 05:41:23 ---Und noch ein Adapter - diesmal umgekehrt:
Könnte man, anstatt Joysticks, damit auch Atari-Mäuse an einen modernen Compi anschließen?
--- Ende Zitat ---
Wenn darin die Software mit Quatruppel-Signalen umgehen kann und daraus ein USB-HID-Maus-Device macht ja. Theoretisch ist das möglich, denn die Signale sind nicht anders, sie müssen nur anders interpretiert werden. Die handelsüblichen 9-Pin-Joystick-zu-USB-Adapter können das nicht. Kannst dir ja selber einen machen und entsprechend programmieren, den meisten dafür benötigten Programmcode (USB-HID-Mouse Device) könnte man dafür im Netz finden, der Rest ist nur ein bischen binäre Algebra, das kannst du ja.
Du solltest dir mal klar machen, wie die Positionsabfrage bei Quatruppel-Mäusen funktioniert. Ich beschreibe es mal. In der Maus sitzt ein Rad mit vielen Löchern im Kreis. Daran sind zwei Lichtschranken, die um 1/4 des Lochdurchmessers voneinander versetzt sind. Und diese Löcher sind einen Lochdurchmesser voneinander entfernt. Das heißt, die beiden Lichtschranken erzeugen beim Drehen des Rades jeweils ein Sinus-Signal. Dadurch dass diese beiden Sensoren zueinander versetzt sind, sind diese beiden Signale um 90 Grad zueinander versetzt. Das heißt, je nach Drehrichtung, wechselt entweder das eine oder andere Signal zuerst seinen Pegel. Daraus lässt sich Drehrichtung und Drehwinkel abzählen. Diese Signale kommen TTL-aufbereitet (das macht das IC in der Atari/Amiga/..-Quatruppelmaus) über die 4 Joystickrichtungen in den Rechner (IKBD, ISA-Karte, etc.), die Maussignale heißen beim Atari und Amiga z.B. Xa/Xb und Ya/Yb.
Ist eigentlich ganz einfach und wurde nicht nur in Mäusen verwendet. Sondern z.B. Olivetti verwendete das selbe System, um langsame (damals teure!) Stepmotoren in elektronischen Schreibmaschinen und Druckern durch schnelle und günstige Gleichstrom-Motoren mit entsprechenden Encodern (das ist die EInheit aus solch eines Rades mit Lochschlitzmaske, Lichtschranken und elektronischer Aufbereitungslogik (pro Lichtschranke ein Operationsverstärker als Komperator) zu ersetzen. Und es ging noch einfacher, in der Praxis 30/35 Kofferschreibmaschine war auf dem Typenrad-Selektions-Motor eine Pertinax-Platine auf die Welle aufgeschraubt, daran vier Schleifkontakte (Masse, Nullstellung und die 2 Drehsignale), und auf der Platine entsprechende Leiterbahnen, so dass die Schleifkontakte zwei Rechtecksignale, um 90° verdreht aufnehmen. Die Nullstellung wird natürlich bei einem Typenrad auch benötigt, damit das Maschinchen seine Grundstellung findet und nicht nach jedem Einschaltvorgang andere Zeichen druckt.
Anbei ein Bildchen der Platine des elektromechanischen Encoders aus der Praxis 30/35, ich denke dadurch dürfte klar werden, wie es funktioniert. Die vier Schelifkontakte müssen natürlich genau gerade und auf einer Linie nebeneinander sein, ein häufiger Fehler bei den Maschinchen... Ich könnte auch aus einem Servicemanual (hab ich da) noch den Signalverlauf abfotografieren, das erspare ich mir jetzt aber erstmal. Außerdem ein Bildchen des Druckkopfes der Praxis 35, da sieht man zwischen Gleichstrommotor und Typenrad so ein weißes Gebilde mit einem Rad, darin steckt dieses Platinchen. (An der Rückseite hat dieses Rad noch ein paar Nippel um die Anschlagstärke von ein paar Zeichen zu verringern, sonst würde das Maschinchen mit Punkten das Papier perforieren... das hat also nichts direkt mit der Selektion zu tun.) Beim Nachfolger, der Praxis 40 und neueren Maschinchen wurde der recht unzuverlässige (dreckempfindliche) elektromechanische Encoder durch die elektronische Lichtschrankenversion ersetzt, also genau wie es auch in Mäusen gemacht wird, auch von so einem ansonsten absolut baugleichen Druckkopf ein Bidlchen.
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