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Atari 1040 ST FM BigTower und (m)eine Begegnung der besonderen Art ...
LuckyOldMan:
Moin,
ich hatte ja schon hier beim Thema Atari und die kleinen Problemchen (1040 ST und Mega STe) angeschnitten, wie ich zu meinem ersten Atari kam.
Nun etwas detaillierter .....
Es handelt sich nach den Worten des Verkäufers um einen aufgebohrten 1040 ST FM, der über eine Quantum 103S verfügt, einen erweitererten Hauptspeicher hat und auch im Tempo etwas flotter als Standard ist. Weiterhin ist das Netzteil stärker ausgelegt.
Da der VK ein Kumpel meines Arbeitskollegen war, der mir das auch bestätigte, habe ich das mal so geglaubt. Als Tastatur dient eine normale Cherry, als Maus die Atari-Maus (unbequem - mit dieser Zusatzplatine sollte doch normale Mäuse funzen, wenn ich es richtig gelesen habe). Dazu gab es noch einen Nadeldrucker. Das Ganze kostete 1994 schlanke DM 500,- - keine Ahnung, ob das gerechtfertigt war, aber mich interessierte nur die Anwendung für meinen Elektronik-Zwecke. Und die funzte prächtig.
Nachdem ich mit dem erstandenen Atari die ersten PCB-Layouts entworfen hatte, wollte ich doch mal wissen, wie es im Inneren des tollen Towers ausschaut und machte mir selber Mut ... und die Kiste auf! ;)
Nicht Jeder muss so gründlich/sorgfältig sein wie mein eigener Anspruch es mir aufgibt. Aber da war ich doch etwas geschockt. Klar - die Kiste funktionierte, aber wehe - es fällt was aus und man muss darin rumwerkeln. Ein echter Verhau in meinem Augen! Warum auch dieses große Netzteil sein musste, weiß ich nicht (ob es da nicht ein normales AT-Netzteil getan hätte?!). Aber dadurch steht die Hauptplatine auch etwas schräg drin.
Das hätte man sauberer machen können. Dass sowohl Netzkabel, KB-Kabel als auch Monitor-kabel hinten als eine Art Verlängerung rauskamen, habe ich bei den Vorführungen anfanglich gar nicht so wahr genommen (wer sitzt bei einer Demonstation schon unter dem Tisch?! :D). Jetzt aber, nachdem sich die erste Euphorie gelegt hatte, sah ich das schon kritischer. Wie schnell hat man sich beim Räumen was abgerissen - ich hätte nicht gewusst, wo das dann innen wieder dran musste.
Erste Tat war also, ein altes, defektes AT-Netzteil zu nehmen und die Rückwand abzutrennen. Die kam in die Rückseite und jetzt hatte ich einen Kaltgeräteanschluß.
Dann erstellte ich mir via Mega-PCB eine kleine Platine für die 13-polige Monitor-Buchse und schraubte dieses Teil an die Rückwand - auch die Tastatur bekam einen 5-pol. Anschluß an die Rückwand. Nun hing hinten zumindest kein Anschlußkabel mehr raus.
Weiteres wollte ich dann doch nicht machen, da ich bzgl. der dünnen Drähtchen auf der Hauptplatine etwas Hemmungen hatte.
Erst diese Woche beim Stöbern bzgl. Atari und dem Zerlegen des MEGA STe dachte ich an den Verhau innen und - zack - die Kiste auf und los gings.
Der Vk hatte eine ganz besonder Art der Platinenmontage entwickelt - da müssen schon mal Dinge des Haushalts bzw. des täglichen Lebens herhalten.
Die Platine für KB und Maus hatte als Isolierabtrennung zum nahen Chassisblech ein paar Lagen gefaltetes Papier - die ADSCSI-Platine nutzte ein undefinierbares Stück gekanntetes Hartgummi.
Von Distanzröllchen bzw. Gewinde-Abstandhalter hatte er wohl noch nichts gehört - das änderte ich nun.
Auch der Kabelverhau, wo sich Leitungen verdreht kreuzten, störte mich. Auch hier verlegte ich anders, entwirrte und sparte dabei auch noch ein Stromversorgungs-Y-Kabel ein.
Jetzt kann man beim Reinschauen zumindest Dinge erkennen, ohne dauernd Leitungen bei Seite schieben zu müssen. Schrumpfschlauch statt sich lösendes Isolierband für die Anschlussleitungen am NT war damals auch schon bekannt, aber wohl eher als Luxus angesehen. Das fehlt noch als nächster Schritt.
Der Atari-Tower funzt nach diesen kleinen Eingriffen immer noch! :)
Jetzt meine Bitte an die Experten, mir bei der Aufschlüsselung zu helfen, damit ich mal genauer weiß, was hier steht.
Nach dem Einschalten kommen zunächst diverse Angaben (tatsächliche Reihenfolge bei der Aufzähung nicht unbedingt eingehalten):
GEM - KAOS-TOS 1.4.2
NVDI v1.00
Desk Pic v1.00
Selectric v1.02
Big Ben Chameleon 1.19
Dazu zwei Bilder (KB-/Maus-Platine wurde ja schon gezeigt, ebenso die ICP-Platine für die FP) - eine absolute Zuordnung fällt mir schwer - da habe ich allenfalls Vermutungen wie das 6-teilige TOS-ROM und Speichererweiterung (auf ?MB):
Falls Jemand noch weitere Einblicke haben möchte - bitte melden.
Gruß
Gast120501:
Bis auf das offene Netzteil finde ich das eigentlich Ok, meiner sieht schlimmer aus... Mich wundert, dass der Vorbesitzer da nicht einfach ein PC-Netzteil genommen hat, was bei dem Gehäuse ja sowieso vorgesehen ist.
LuckyOldMan:
@1ST1:
Meinst Du das Bild vor oder nach der gestrigen Kur? Ich finde es immer noch unsortiert. Bei Dir ist's noch schlimmer? Lass mal sehen! :D
Bzgl. Netzteil kann ich nur vermuten, dass er sonst wegen des NT-Kastens das Board nicht reinbekommen hätte. Wenn Du auf das Rückwandbild schaust, erkennst Du, dass das NT im Tower nicht ganz oben sitzt (das ist mal wieder so ein gelängter Midi-Tower). Er hätte einen anderen Tower nehmen müssen ( ..... da hätte ich ja noch ein paar EYE-910-Tower :D )
Gruß
Gast120501:
Soweit ich auf deinen Bildern erkennen kann, wurde da auf die 68000 CPU ein Sockel aufgelötet, der ist aber leer, also kein extra schnellerer Prozessor wie z.B. ein 68020/30. Ob die Platine aber noch mit dem Original-Takt von 8 MHz läuft, oder auf 10, 12 oder gar 16 MHz umgebaut wurde, lässt sich so nicht erkennen, entsprechende Umbautenb gab es vereinzelt und vor einiger Zeit hat hier jemand so einen präsentiert. Möglicherweise kommt die Beschleunigung deines Rechners nur aus dem ziemlich optimierten KAOS-TOS, welches auf TOS 1.04 basierte und einige extrem gute, aber teils auch nicht so ganz kompatible Optimierungen enthält und dem NVDI 1.0 (wobeiu man auf der Kiste sinnvoll noch auf NVDI 2.5 gehen könnte). Übrigens war KAOS TOS vom Andreas Krohmke damals das einzigste von Atari autorisierte, modifizierte TOS überhaupt.
Mein Tower ist "gewachsene" Struktur, ein echter "IBM" (Immer'n bischen Mehr) umgebaut... Platz ist in dem innen drin kaum noch und es gibt durchaus ein paar Kabel, deren Funktion ich nicht mehr weiß.... Ursprünglich war da eine 520ST-Platine drin, zusammen mit einem Amiga 2000 Netzteil, welches aber die Schmach, einen 520er zu versorgen, nicht lange ertrug und dann meinte, sein Leben mit etwa 20V auf der 5V-Leitung zu beenden, es riss neben der 520ST Platine ein AutoSwitcvh Overscan, einen HBS240-Beschleuniger und 4 MB SIMM Module und eine 150 MB große Micropolis Festplatte und einen ICD-SCSI-Hostadapter in die ewigen Jagdgründe... (Ursprünglich war in dem Tower sogar mal ein Megafile-30/60 Controller mit zwei von 40 auf 60 MB hochformatierten Platten drin.) Die Platte war nicht so schlimm, ich hatte ein komplettes Backup auf Tape, der noch neue AdSCSI+ST Hostadapter und die Overscan-Platine wurden freundlicherweise von den Herstellern getauscht. Dann habe ich eine 1040er Platine genommen, das Overscan, meine selbst entwickelte 4 MB SIMM Speichererweiterung (naja, im Prinzip aus dem Schaltplan des 1040STE abgekupfert...) und eine günstig erworbene PAK68/2 da eingebaut. Die Festplatten wurden damals gewechselt wie die Unterhosen, zum Schluß, alsoaktuell, alles in allem insgesamt rund 1,4 GB. Und jede Menge Gimmicks wie 12V-Versorgung des Tastatursteckers für extra lange Tastaturkabel quer durchs Zimmer (natürlich mit 5V Spannungsregler in der Tastatur, alternatibv ein AT-Tastraturinterface (auch mit 5V Spannungswandlung, klar...), LEDs für ACSI, Midi(-Netzwerk), PAK-Turbo-Modus (Cahe an/aus), Uhrzeitpufferung in der Tastatur mit Akkus, später ausgebaut weil der SCSI-Hostadapter eine Uhr hat, Monitor-Switch Mono/Color, VGA-Adapter, zeitweise waren vier Floppylaufwerke umschaltbar drin, sprich zwei 3,5 und zwei 5,25er, ein HD-Modul war auch mal drin, doch da ging das GAL kaputt, also wieder raus (ich bekam damals keinen Ersatz mehr und heute ist das mehr nicht wichtig), usw... Jedenfalls sind vom viele Öffnen und Schließen des Gehäuses hinten die Gewinde schon ganz ausgenudelt. Und solange er geht, bleibt er zu... Das 5,25 Floppy ist nicht mal mehr angeschlossen, könnte raus und dann wäre Platz fürs DVD-LW, mal sehen...
Deiner sieht dagegen aufgeräumt aus...
LuckyOldMan:
Hi,
was ist denn das in dem rechteckigen Weißblech-Kästen, aus dem sich diverse graue Drähte zu anderen Stellen hinbewegen? Das schaut mir aber wenig serienmäßig aus, da auch an einige Chips seitlich angelötet. Das Kästchen ist doch sonst geschlossen, was wegen des aufgedockten Gedöns nicht mehr geht.
Wie/wo kann ich denn den Takt und den Speicher herausfinden? Wo sitzt der Speicher überhaupt?
Gruß
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