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Atari vor dem Aus

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Arthur:
Lies mal den Suska und den Firebee-Thread.

Suska: http://forum.atari-home.de/index.php?topic=2536.0
Zu kaufen hier: http://shop.inventronik.de/store
Wie es dazu kam hier: http://www.experiment-s.de/de/


Firebee: http://forum.atari-home.de/index.php?topic=5754.0
Zu kaufen hier: http://medusacomputer.com/firebee.html
Infos dazu hier:http://acp.atari.org/news_de.html es gab echte Anlaufschwierigkeiten und dann ging vieles Schlag auf Schlag... aber das läßt sich nicht mal eben in zwei Sätzen zusammenfassen. Viele Infos dazu in den beiden Links. Oder mal den Mathias fragen.  ;)

guest3354:
Vielen Dank für DEINE INFO.

Aber das Problem wird die Software sein. Wer entwickelt die Software verlässlich für die nächsten Jahre?
Wieviel Personen kaufen den Rechner? Wieviele von denen zahlen für die Software? Kann ein Programmierer davon leben oder bleibt es nur ein liebes Hobby?
Weißt Du, wieviele neue Rechner verkauft wurden?

Mathias:

--- Zitat von: Arthur am Di 22.01.2013, 22:16:13 ---Oder mal den Mathias fragen.  ;)

--- Ende Zitat ---
Jo ehh, ...   ;D

Aber was eigentlich genau, die ACP 1/reloaded-History jetzt, oder eine Abhandlung über die engere FireBee-Entstehung?

Und zu obelixkimbas Fragen (das 88 finde ich übrigens komisch); Wir verkaufen stetig - im kleinen Rahmen versteht sich - FireBees. Und ich glaube der letzte Mensch am Kontinent der von Atari leben kann ist Ulf Dunkel. Ansonsten ist alles auf die Freizeit beschränkt. Ein stabiles Nieschensystem muß aber nicht unbedingt ein marktwirtschaftlicher Erfolg sein. Wieviele Menschen sich wieder mit der Softwareproduktion beschäftigen liegt nicht zuletzt an der Menge der verkauften Rechner. Da können wir nur alle zusammen schauen,d aß sich diese vergrößert.

Gast120501:
Motorola und Apple haben sicherlich nicht Atari geschrottet, das hatte andere Ursachen, vor allem dass PCs immer billiger und leistungsfähiger wurden, dass dank Soundblaster und VGA-Karte adäquater Ersatz für die ST-Hardware bestand. Das Wegbrechen von Atari und Commodore als CPU-kunden dürfte eher Motroloa und damit auch Apple zum Straucheln gebracht haben, plötzlich wurden von Motorola viel weniger CPUs hergestellt, die Fortsetzung der 68000er Reihe war in Gefahr und alleine für Apple lohnte sich die Entwicklung neuerer Generationen der 68000 CPU nicht, Apple war schließlich genötigt zusammen mit IBM und Motorola in die Prozessorentwiucklung einzusteigen, um den PowerPC zu schaffen. Plötzlich waren zum Ende von Atari hin auf bezahlbaren PCs 70 Hz Bilddarstellung in Farbe und höherer Auflösungen möglich, und der Sound einer Soundblaster-Karte oder GUS stellte den DMA-Sound des STE (und den Amiga!) in Schatten, das überwältige Softwareangebot für den PC unter Windows 3.x, das wachsende Spiele-Angebot, das waren die Gründe für den Niedergang der ST/TT-Reihe.

Und einen Trend, den Atari völlig unterschätzt und verschlafen hatte: Vernetzung. Einfache grottenlangsamme Midi-Netzwerke gab es auf dem Atari als Softwarelösung, die Apple-Talk-kompatible Schnittstelle des MegaSTE und TT wurde nicht genutzt und fehlte beim Falcon wieder, selbst Atari Deutschland sah dieses Problem und versuchte durch die direkte Vertriebs-Unterstützung der Riebel-Card das zu kompensieren, das war zwar schon BNC-Ethernet, aber es wurde darauf zu dem Zeitpunkt weder Novell- noch Neteui noch TCP/IP unterstützt, eine Vernetzung mit PCs wäre gerade im professionellen Bereich wichtig gewesen, um dort Fuß zu fassen.

MultiTOS (Mint) hatte als Betriebssystem interessante Ansätze und Konzepte, die teils auch in Windows zu finden waren, und wenn es weiter gegangen wäre, hätte man es evtl. auf einen damals gerade aufkommenden Linux-Kernel umheben können. Doch Atari hat den Softwareentwicklern nicht deutlich genug gemacht, was es heißt, auflösungsunabhängig zu programmieren, manche sehr beliebte und erfolgreiche Atari-Programme wirken doch arg gefrickelt, wenn man sie mal auf einer nicht Standard-Auflösung startet, wenn sie nicht überhaupt den Dienst verweigert - diese Inkompatibiltät und der ständige Zwang die Auflösung mit Reboot zu wechseln (Wozu teils teure Grafikkarten abgeschaltet werden mussten) dürfte hier ja jeder kennen. Diese Inkompatiblität gab es auch in anderen Bereichen, so gibts tatsächlich Programme, die mit Partitionen größer 128 MB nicht klarkommen, usw.

Atari hat damals vieles richtig gemacht, aber auch vieles falsch. Das fing z.B. damit an, dass man den STE so lange zurück gehalten hat. Und das hörte zuletzt damit auf, dass man seine Zukunft am Ende im Jaguar sah und damit alle Einnahmequellen der ST/TT-Reihe mit einem Schlag wegbrechen ließ, weil man keine Chance mehr gegen die vielen PCs, die damals immer schneller und leistungsfähiger in den Markt drängten. Warum hat man selbst die eigenen PCs nicht weiterentwickelt, und z.B. mit einem "Gemulator" ausgestattet? Wie wäre es wohl gelaufen, wenn Microsoft tatsächlich Windows auf den ST portiert hätte, so wie es irgendwo auf einer Atari-History-Seite als Möglichkeit zu lesen war?

mfro:

--- Zitat von: oneSTone o2o am Mi 23.01.2013, 07:55:21 ---...Doch Atari hat den Softwareentwicklern nicht deutlich genug gemacht, was es heißt, auflösungsunabhängig zu programmieren, manche sehr beliebte und erfolgreiche Atari-Programme wirken doch arg gefrickelt, wenn man sie mal auf einer nicht Standard-Auflösung startet, wenn sie nicht überhaupt den Dienst verweigert - diese Inkompatibiltät und der ständige Zwang die Auflösung mit Reboot zu wechseln (Wozu teils teure Grafikkarten abgeschaltet werden mussten) dürfte hier ja jeder kennen. Diese Inkompatiblität gab es auch in anderen Bereichen, so gibts tatsächlich Programme, die mit Partitionen größer 128 MB nicht klarkommen, usw...
--- Ende Zitat ---

Alles richtig, aber: jedes Ding hat seine Zeit.

Ich persönlich habe die Ataris, TOS und GEM eigentlich von Anfang an (bis heute) geliebt, weil das System so schön einfach ist und von einem einzelnen Menschen - von vorn bis hinten - verstanden werden und programmiert werden kann. Das wäre heute sicher nicht mehr der Fall, wenn es das Betriebssystem auf unterschiedlicher, neuer Hardware bis in die "Neuzeit" hätte schaffen müssen. GEM und TOS fehlen ein paar Dinge, die für komplette Hardwareunabhängigkeit und Multitaskingfähigkeit notwendig gewesen wären: "echte" Nebenläufigkeit, strikte Prozesstrennung (ein Prozeß kann einem anderen z.B. die Maus klauen oder die Möglichkeit zur Bildschirmausgabe komplett blockieren, ...).

Wenn man sich anschaut, welche Aufwände und teilweise "kranke" Lösungen z.B. Microsoft trieb und treibt, um ihr "Betriebssystem" weiterzuentwickeln ohne die Kompatibilität zum Vorgänger sausen zu lassen: ich bin eigentlich ganz froh, daß TOS und GEM solch krankes Tun erspart blieb.

Mac OS/X hat es geschafft, aber es hätte Apple fast das Genick gebrochen. Das OS von heute hat mit dem von "damals" nicht mehr das Geringste zu tun.

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