Autor Thema: (GELÖST) Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader  (Gelesen 601 mal)

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Offline RealLarry

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Ich habe für meine anderen 2600er ein paar weitere Module zugelegt. Als Gnadenbrot gab es einen defekten 2600er 4-Switch/Vader dazu. Die Konsole ist tatsächlich defekt.
Da ich überzeugt bin, dass die Konsole irgendwie reparabel sein muss, möchte ich ein Bastelprojekt daraus machen, um Verständnis für Diagnose und Reparatur von Mikroelektronik zu erlernen oder zumindest zu erweitern, denn Grundkenntnisse sind vorhanden.

Ich erwarte keine Einführung oder einen Crashkurs in Mikroelektronik. Dafür gibts Bücher :)
Vielmehr bräuchte ich Hilfe beim Suchen und Beheben des Defektes dieser Konsole; also quasi learning by doing.
Löterfahrung habe ich reichlich, die Bauteile sind mir alle auch nicht unbekannt, Messgeräte und anderes Werkzeugkrams ist vorhanden. Einzig das tiefere Knowhow fehlt mir.

Mag mir wer hierbei zur Hand gehen?
« Letzte Änderung: Sa 10.02.2018, 15:23:54 von RealLarry »
Die Wirklichkeit ist bekanntlich nur eine Illusion, die durch den Mangel an Alkohol hervorgerufen wird.

Offline Arthur

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #1 am: Mo 05.02.2018, 19:02:30 »
Schreib doch mal was Du schon getestet hast z.B.:

Läßt sich einschalten LED geht an bzw. alles bleibt aus.
Netzteil liefert Spannung... etc. etc.

Offline RealLarry

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #2 am: Mo 05.02.2018, 20:38:39 »
Also: LED gibt es keine. Da sich ein totes 2600 schlecht im HF-Kanal finden lässt, habe ich nach Prüfung der Spannung das HF-Modul gegen ein AV-Mod ausgetauscht. Nun bringt das 2600 immerhin ein Bild, allerdings nur dicke vertikale Balken. Dazu entweder kein Ton, mal ein hochfrequentes Pfeifen oder ein Brummton (wechselt nach aus-einschalten mal so, mal so).

Das Original-Netzteil liefert 5V, ich habe es aber durch ein stabilisiertes mit 1A ausgetauscht. Der Spannungsregler R203 (7805) liefert auch 5V. Diesen habe ich aber getauscht.
Der 2200uF-Elko C243 sieht ganz ok aus, also nicht aufgebläht o.ä., aber da die Plastikhaut aufgeplatzt/gerissen  ist, habe ich den Elko ebenfalls getauscht. Dazu auch den Elko C214.
Die Kontakte alle vier ICs habe ich vorsichtshalber nachgelötet.

Die Cartridges sind selbstverständlich in Ordnung und die Kontakte sauber.
Die Kontaktleiste des Cartridges-Sockels habe ich, soweit das möglich war, auch gesäubert. Hier würde ich gerne den Sockel entfernen, aber er lässt sich irgendwie nicht lösen, obwohl er scheinbar nur durch zwei Klipse auf dem MoBo gehalten wird. Ich fürchte, ich werde ggf. den ganzen Sockel auslöten müssen, aber das widerspricht ja den beiden Klipsen.

Und das der augenblickliche Zustand. Bislang keine Änderung. Schade, dass ich kein Diag-Cartridge besitze...aber könnte man nicht ein Game opfern und mit einem Eprom/Flasheprom versehen, auf dem der Diag-Code läuft?

EDIT: Die Balken hatte ich auch mal auf den anderen 2600, als ich Cartridge-Neuzugänge getestet hatte. War jedes mal ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kontakte des Cartridge völlig verschmutzt/oxydiert waren. Gesäubert, alles gut :)
« Letzte Änderung: Mo 05.02.2018, 20:41:58 von RealLarry »
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Offline Arthur

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #3 am: Mo 05.02.2018, 21:39:58 »
Dein Netzteil liefert 9V?  Die Slotkontakte nur gereinigt oder auch nachgelötet?
« Letzte Änderung: Mo 05.02.2018, 21:50:24 von Arthur »

Online Lukas Frank

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #4 am: Di 06.02.2018, 09:57:02 »
Sieht nach Ram/Speicher Fehler aus ...

Offline RealLarry

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #5 am: Di 06.02.2018, 13:55:56 »
Dein Netzteil liefert 9V?  Die Slotkontakte nur gereinigt oder auch nachgelötet?
Natürlich liefern die Netzteile 9V und nicht 5V, wie zuvor geschrieben :) Aber ja, die Netzteile sind OK, denn die anderen 2600 laufen damit problemlos.
Die Slotkontakte habe ich bisher nur gereinigt - soweit das denn geht, denn der Slotzugang ist arg schmal und ich schaffe es nicht, den Slotrahmen zu entfernen.

Ein Kollege aus AtariAge antwortete mir, ich solle mich nicht groß mit der Fehlersuche aufhalten sondern gleich CPU und ggf. TIA tauschen. Seiner Erfahrung nach wäre das (fast immer) die Hauptursache, wenn man nur noch Balken sieht. Schade, so ist nix mit lernen, denn Bauteile tauschen ist ja nun kein Akt.
Bis die neuen ICs ankommen löte ich die Originalen derweil aus und packe gleich Sockel drauf.

Ich werde berichten :)
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Offline 1ST1

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #6 am: Di 06.02.2018, 16:11:55 »
Sind denn die Chips billiger zu bekommen wie ein neues 2600 in der Bucht?
Meine Beiträge waren immer "IMHO". Der Urlaub wird deutlich verlängert. Ich KANN wieder schreiben, aber ob ich das noch WILL?

Offline RealLarry

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #7 am: Di 06.02.2018, 17:57:32 »
Sind denn die Chips billiger zu bekommen wie ein neues 2600 in der Bucht?

Ja, sind sie. Das heißt, kommt natürlich auf den Preis der Konsole in der Bucht an, gell? Schwieriger ist es, die Chips denn überhaupt zu bekommen. Daher habe ich mal alle drei Chips geordert (circa 35 Euronen All-inkl.).
Sicherlich wäre es einfacher und ggf. günstiger eine komplette "neue" Konsole zu schießen - aber diese hier hat zunächst einmal ja gar nichts gekostet und was ich jetzt drauflege, ist Lehrgeld.
Und wenn ich sie dadurch zurück ins Leben rufen kann, habe ich wieder etwas gelernt, es ist "mein Baby" geworden und sie ist nach allen Regeln der Kunst (und der Atari Tech Tips) gepimpt und auf den aktuellen Stand gebracht. Unbezahlbar :)
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Offline RealLarry

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #8 am: Mi 07.02.2018, 14:56:00 »
CPU und RIOT sind bereits angekommen! Und da ich die Sockel bereits gestern aufgelötet hatte, konnte ich gleich einen ersten Test machen. Zunächst habe ich nur die neue CPU eingesetzt...aber: ES LEBT!
Das Bild ist noch farblos und instabil, aber das werde ich wohl auch noch in den Griff bekommen.

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Offline RealLarry

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Re: Hilfe bei der Diagnose und ggf. Reparatur eines 2600 4er/Vader
« Antwort #9 am: Sa 10.02.2018, 15:23:18 »
Die Konsole läuft wieder wunderbar! Letzten Endes war "nur" die CPU mausetot. Bei der Gelegenheit habe ich aber nun auch alle fraglichen (Elko) oder empfohlenen (Composite-Mod) Kondensatoren mit ausgetauscht und beim Warten auf den (die? das?) TIA ein bisschen am Rad gedreht (Dreh-Poti R213) und HUCH! war das Bild plötzlich stabil und farbig.

Geilomat. Sagte ich nicht, dass die Konsole quasi nicht tot zu kriegen ist? Doch, sagte ich.  8)

So, zwar nix dabei gelernt, aber ordentlich Übung beim Entlöten gewonnen. So einfach und sauber wie diesmal hab' ich's noch nie hinbekommen *seufz*

Danke an alle für Unterstützung, Beistand, Schere, Zange und Schlüpfer! :)
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Offline Arthur

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Schade das Du eine Aktion nicht ein wenig mit Bildern bzw. Fotos ergänzt. Davon kann dann jeder etwas lernen und es später leichter nachvollziehen. ;D
« Letzte Änderung: So 11.02.2018, 19:36:00 von Arthur »

Offline RealLarry

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Naja, ich wüsste nicht wirklich, was ich dabei groß bebildern sollte. Ein paar Fotos habe ich gemacht und jede Menge Dokumentation heruntergeladen und gewälzt.
Die Ausgangssituation war ja klar: Konsole funktioniert nicht und zeigt nur Balken an. Der erste Tipp (aus AtariAge) war schon richtig, dass es die CPU sein müsste. Ausgetauscht, Konsole lebt wieder. Davon eine Fotostrecke anzulegen ist nicht wirklich spannend ;)
Und wegen des Lernens: Das war ja auch mein Ziel. Aber außer ein bisschen im Nebel herumstochern und die richtigen Fragen an den richtigen Stellen platzieren war ja nüscht.

Nichtsdestotrotz, wenn Du oder sonstwer Ideen hat, was ich dazu hier dokumentieren könnte, gerne her damit! Ist ja nicht so, dass ich den Rest der Welt dumm sterben lassen möchte oder einfach keine Lust habe. Mir fällt einfach nur nix ein :)
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