Autor Thema: Atari ist tot...  (Gelesen 26435 mal)

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guest140

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Atari ist tot...
« am: Fr 18.06.2004, 13:29:03 »
...zumindest in der Form, wie wir es kennen. Und das schon sehr lange. Manchmal frage ich mich, was wohl die ganze Tramiel-Bande heute noch macht? Berentet?
Erstaunlich bei der ganzen Geschichte ist natürlich, daß trotz aller Technik von heute es immer noch eine kleine Atari-Gemeinde gibt. Warum nur? Mir geht es ebenso wie Euch. Ich würde mich nie von meinen alten Kisten trennen, auch wenn ich im Moment nicht aktiv mit einem Atari arbeite, was sich aber ändern soll.
Einen meiner PC´s zu verschrotten - kein Problem! Sofort. Man möchte wohl gerne wieder einen Atari auf dem Schreibtisch stehen haben, aber leider wird dennoch schleichend immer weiter bergab gehen und irgendwann wirklich nur noch Geschichte sein. Ja, wir haben ein kleines Stück Geschichte mitgeschrieben als wir als erste Computeruser unsere Begeisterung in die Welt getragen haben, manchmal sehr zum Leidwesen der Eltern, die das gar nicht richtig verstehen konnten, was wir in den Nächten vorm Bildschirm getrieben haben Ich spreche von den 80íger)
Atari wird noch weiterbestehen - in uns - bis unsere Generation vergreist oder abgetreten ist.
Gruß, Peter

Offline keili

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #1 am: Fr 18.06.2004, 13:49:19 »
Ich bin ganz anderer Meinung. Atari als Firma mag tot sein, selbst wenn Infogrames das Namensrecht erworben hat, aber ich halte die Atari Computer für Oldtimer, die gehegt und gepflegt werden, ähnlich wie bei den Autos. Auch dort sind viele bekannte Firmen, die hervorragende Autos gebaut haben, vom Markt verschwunden, ohne dass die Firma aus der Welt ist. Und ebenso wie dort wird es neue Anhänger geben, die die Erinnerung aufrechterhalten, wenn auch in kleinerer Zahl. Das wird natürlich nicht bis in alle Ewigkeit reichen, aber ganz so schnell geht es dann doch nicht.
Ebenso wie bei Atari existieren für viele weitere alte Computer entsprechende Fan-Gemeinden, also eigentlich sind wir da nix besonderes.
Zu PC und alten Computern: Geht mir auch so. Meine 3 alten (Home-)Computer haben mich ca. 13 Jahre begleitet, während die durchschnittliche Lebensdauer eines Prozessors im PC bei ca. 14 Monaten liegt.
Also: Atari ist nicht tot, bei mir steht er auch fast nur rum, aber er wird immer da bleiben  ;)
Gruß, keili
Ti 99/4A, Atari 800XL, C64, Apple IIsi, 260ST, 520ST, 520ST+, 1040ST, 1040STE, Mega ST1, Mega STE

guest657

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #2 am: Fr 18.06.2004, 16:20:34 »
"Atari ist tot..." - das ist richtig, wenn man damit meint, daß Atari-Hardware nicht mehr professionell betreut und entwickelt wird.

Aber es gibt eine Menge Leute, die sich aus emontionaler Verbundenheit damit beschäftigen - und dafür Hardware und Software entwickeln. Und vielleicht werde ich in 40 Jahren, im Rollstuhl mit anderen Senioren über die guten alten Zeiten der 68000er Prozessoren philosophieren ;-).

Bis Ataris aus den Gedanken der Leute verschwunden sind, wird wohl noch viel Wasser die Donau hinunterlaufen... (wie wir hier in der Region zu sagen pflegen)

Sonix

guest522

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #3 am: Fr 18.06.2004, 16:23:24 »
Hier ein paar nicht ganz aktuelle Infos zu den Tramielskis.


Zitat
Atari wird noch weiterbestehen - in uns - bis unsere Generation vergreist oder abgetreten ist.
Das hängt von Deinem Lebenswandel ab. Die Frage ist: "Wer altert schneller? Du oder Dein Silikon?" Die Teile werden früher oder später ihre Halbwertszeit erreichen und dann geht das große ATARI Sterben los.

 


guest657

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #4 am: Sa 19.06.2004, 01:02:39 »
Zitat
"Wer altert schneller? Du oder Dein Silikon?"

Weil wir grad am philosphieren sind....
Was ist denn die "praktische Lebensdauer" eines Halbleiter-Produkts? Ob man das schon sagen kann? Ist ja gerade mal ~50 Jahre her, daß das Zeug erfunden wurde. Ist schon mal jemand über Untersuchungen zur Lebensdauer von Elekronik-Produkten oder ähnliches gestolpert? Wäre ja mal ganz interressant...

Meinen 2. Computer, einen C-64 hab ich auch noch - und vor ein paar Monaten ist er noch gegangen. Dürfte jetzt ca. 21-22 Jahre alt sein. Meinen 1.Computer (Ti99-4A) hab ich hergegeben. Der wäre jetzt wohl knapp 24 Jahre alt. Einen Taschenrechner der Baujahr '75-'77 sein müsste, hab ich auch noch irgendwo - der müsste auch noch funktionieren (braucht 4 Mignon-Zellen das Teil, konnte aber schon 1/x, x² und sqrt ) und erfüllt seinen Zweck eigentlich immer noch.

Wer bietet mehr? ;-)

Sonix

Offline keili

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #5 am: Sa 19.06.2004, 09:38:07 »
Mein TI 99/4A geht noch, ist ca. 23 Jahre alt  :).
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SchwedeII

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #6 am: Sa 19.06.2004, 09:59:40 »
Zitat
Was ist denn die "praktische Lebensdauer" eines Halbleiter-Produkts?

Ich denke, das ist wie mit allem, es kommt drauf an, wie man die Sachen behandelt. Ich hab mal von nem Hardware-Entwickler gehört, dass bei einer 486-ger 50 Mhtz CPU im Dauerbetrieb mit einer Lebensdauer von 10 Jahren gerechnet wird. In dieser Zeit verbrennt er sich selbst. Da zur Zeit der Ataris noch nicht derart hart an der Grenze wie heute gearbeitet wurde, denke ich schon, dass die Hardware noch einige weilchen halten wird.
Denn:
1. das Überhitzungsproblem war noch nicht so aktuell.
2. Es wurde nicht davon ausgegangen, dass ein Rechner nach spätestens 5 Jahren Schrott ist, so wie das heute der Fall ist.
3. Mein TT läuft eine Stunde am Tag, das dürfte die Lebensdauer verlängern.
4. Qualitativ waren die Rechner wesentlich besser als die heutigen Bastelkisten, man beachte z.B. die Lebensdauer der Festplatten, mein Kumpel hat seine 6GB nun weggeschmissen, weil sie hin war.

Ich glaube, wenn heute noch so wie vor 15 Jahren "sparsam" programmiert werden würde, würden wir auch solch massive Recourcen, wie heut nötig sind, nichtin die Front werfen müssen. Aber, es ist möglich, also wird es gemacht. Das eine Bedingt eben das andere. Ich jedenfalls habe bereits festgestellt, dass mein TT bereits einige Pentium-Boards überlebst hat, von meinem Mega-ST2 im Vergleich zu AT-Boards gar nicht zu reden.
Meine Grössten Bedenken gelten eher der Mechanik (Festplatten etc.), da diese irgendwann verschlissen ist.

der olle Schwede

guest657

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #7 am: Sa 19.06.2004, 11:40:22 »
Zitat
Ich denke, das ist wie mit allem, es kommt drauf an, wie man die Sachen behandelt.


Das ist natürlich klar. Die Laufzeit und die Umgebung spielen natürlich eine große Rolle bei der Lebenserwartung. Bei PC-Hardware (für den Home/Office-Bereich) ist die Lebensdauer wahrscheinlich geringer, weil hier vor allem auf günstige Preise optimiert wird. Wobei ich noch ein paar 486er herumliegen habe, die jetzt auch ca. 10 Jahre alt sein dürften und immer noch funktionieren (klar - sind nicht im Dauerbetrieb gelaufen). In unserer Firma haben wir gerade einen Server getauscht, da war ein Athlon 500 (Slot A) drin, der ist jetzt ca. 5 Jahre im Dauerbetrieb gelaufen. Geht aber immer noch das Teil. Hab insgesamt zweimal die Lüfter getauscht und jetzt wurde er zu einem Praktikanten-Rechner umgebaut.

Die mechanischen Teile unterliegen natürlich viel eher den Verschleiss-Effekten. Alte IBM-SCSI Festplatten (Baujahr '96) mit 1GB laufen bei mir immer noch. Bei neueren Modellen mit 4GB, 9GB, 18GB hatte ich aber schon einige Ausfälle... Einige wurden zwecks Datenrettung eingeschickt - lt. Diagnose war da meistens die Elektronik defekt!

Sonix

guest140

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #8 am: So 20.06.2004, 13:21:50 »
Also diese Geschichte mit dem Oldtimer-Computer finde ich gut. Die Firma ist tot, aber natürlich wird es Atari so lage geben, bis es Leute gibt, die sich mit dem Thema Atari beschäftigen.
Mein erster Taschenrechner - ein TI....- muß so etwa 27-28 Jahre alt sein und geht auch noch, ist aber nicht mehr in Gebrauch. Mein 2. Rechner, ein Atari 400, ist so ca. 25 Jahre alt, im Hobbyraum aufgestellt und angeschlossen und in regelmäßigem Gebrauch. Funktioniert tadellos.
Dann führe ich jetzt also die Statistik an  :D
Gruß, Peter

Offline keili

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #9 am: So 20.06.2004, 14:28:31 »
Ich werde mal nachsehen, wie alt mein TI wirklich ist ;). Irgendwo steht das bestimmt, dann werden wir sehen...
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guest302

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #10 am: Do 24.06.2004, 11:36:16 »
hi,

ich lgaube nicht das die dinger elektronisch soooo schnell für immer verschwinden - in der Newsgroup de.alt.folklore.computer werden regelmäßig Quellen für LOCHSTREIFEN! angefragt ... die dinger sind also AFAIK wesenlich älter, also sollten wir vorerst noch keine Probleme bekommen.

Problematisch sind glaueb ich eher "Verschleißteile" Wie Festplatten und Diskettenlaufwerke, Festplatten sollen AFAIK eine Maximal mögliche Haltbarkeit (Funktion - nicht Daten - die können auch viel eher "verschwinden") von ca. max. 20 Jahren haben. Allederdings gibt es soviel ich weis auch einige Streitgespräche :)

gruß
CommanderZed

guest736

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #11 am: Di 20.07.2004, 06:26:08 »
Hallo

Es gab doch disen Atari Nacfolger Milan Computer der ahtte USB anschluesae und alles was sonst noch modern ist was ist aus disem Computer geworden?

webmaster

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #12 am: Di 20.07.2004, 09:47:58 »
Der Milan040 kam zwar raus, ist aber leider schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Aus den anderen beiden Nachfolgerprojekten Phenix und Milan060 wurde leider nichts :'(

Gruß
Mike
« Letzte Änderung: Di 20.07.2004, 09:48:27 von Michael V. »

SchwedeII

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #13 am: Di 20.07.2004, 11:51:51 »
Zitat
Es gab doch disen Atari Nacfolger Milan Computer der ahtte USB anschluesae und alles was sonst noch modern ist was ist aus disem Computer geworden?

Jaja, der Milan, ich wöllte heut noch einen, aber da haben wir das Problem. Zu teuer. Auch mein TT ist sehr teuer (was vergleichsweise Hard -und Software betrifft).
Das Milan Board war die beste Alternative zum PC, aber zu teuer. Während man einen 100 Mhz (486)PC für einen Appel und'n Ei kriegen konnte, kostete das Milan- Board 1100 DM (noch heute auf diversen Websites nachzulesen). Der Otto Normalverbraucher kennt nur Zahlen. Und so heisst es dann: Was, 100 Mhz für 300 aber 'nen 60 Mhz Atari-Clone ohne was dran für 1100? Dann das Software-Problem. Otto-Normalverbraucher hält sich für klug und ist mit sochen Zahlen zufrieden. Wofür er sich entscheidet, ist klar.  Er brauch doch nur einen Rechner zum benutzen, was wirklich drin steckt, ist Ihm egal.
Das Ergebnis; -er hat heute einen Rechner, zu dem er das Betriebssystem mitkaufen muss. das geht aber nach 'nem halben Jahr nicht mehr, Bill Gates sei Dank. Also muss er sich noch ein Pflege-System dazu kaufen, damit  das nicht passiert. Dann brauch er noch 'ne Firewall, weil er unter dem Super-User in's Internet geht. Er weiss es ja nicht besser. Ach so, den Anti-Spy hat er vergessen.
Will er das nicht, muss er ein Alternativ-System wählen, dazu fehlt ihm das Wissen.
Ein Atari hätte Ihm viele solcher Probleme ersparen können, aber er will ja nicht.  
Also bleibt der Atari ein Teil für Liebhaber und "Freaks". Wer was auf sich hält, der kauft sich 'nen Mac, der ist zwar teuer, aber stabil.
Der MILAN hatte nie eine echte Chance.

Offline Uli

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #14 am: Di 20.07.2004, 12:03:36 »
Und doch war der, was heisst war, ist der Milan der Beste, weil stabilste und mit gängiger ATARI-Software verträglichste Clone. Der Falcon CT 60 ist zwar mindestens doppelt so schnell, aber solange auf den original Videl angewiesen keine echte Alternative. Erst wenn der Supervidel fertig ist und mit vernünftigen Auflösungen Flackerfrei gearbeitet werden kann wirds interessant. Er läuft auch so schon erstaunlich stabil und ist dabei noch recht gutmütig zu älterer Software (nicht nur wenn man auf Standardfalcon zurückschaltet). Aber rechnent man alle Investitionen zusammen (ATX Netzteil, mit Supervidel Towerumbau; RAM CT60, Supervidel eventuell neues ST-RAM) dann ist der mIlan einiges billiger. Den Falcon selber muss man ja auch erst einmal haben!

Trotzdem, es macht einfach mehr Spass mit TOS und dessen Derivaten.

Gruss, Uli
I want my ctpc-Ei

guest720

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #15 am: Di 20.07.2004, 18:02:31 »

Zitat

Ein Atari hätte Ihm viele solcher Probleme ersparen können, aber er will ja nicht.  


Naja, ATARI wollte ja auch nicht wirklich  >:(
Mr. Bushnell hat sich ja dann lieber 'ne Pizzakette an den Hals gehängt.

Aber wie dem auch sei:
Gogo's, Borgwart's, etc. etc. fahren ja auch noch draussen rum  ;D ;D ;D

Trigger

guest762

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #16 am: Fr 27.08.2004, 03:42:31 »
Was passiert eigentklich, wenn man den Prozessor des Ataris mit Stickstoff kühlt? Wird er (auch) schneller?
Welche Möglichkeiten gibt es noch? Welche Bauteile aus heutigen PCs kann man im Atari benutzen? Wo gibt es Infos?

Offline Stargate

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #17 am: Sa 28.08.2004, 05:06:16 »
Das Netz ist voller Infos.

Die Hoffnung stirbt zuletzt..

guest313

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #18 am: Mi 01.09.2004, 21:00:14 »
Hi....

ein Merkmal vermisse ich bei den PC's doch sehr....
Das einfache Basteln... evtl. mal etwas löten...
Halt ein wenig an der Kiste rumschrauben....

Nur mal eine Karte gegen eine andere austauschen oder
mal die CPU wechseln ist halt nicht so prickelnd....

Ich will mal so sagen.... Warum modden die Leute heute???
Keiner will einen Einheitsrechner haben (naja einige wird es schon geben.... sonst hätte es wohl auch keinen Trabbi gegeben  ;) )....

mfg
Revilo

Offline Marcus

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Re:Atari ist tot...
« Antwort #19 am: Do 02.09.2004, 09:53:22 »
Naja, ein wenig gemoddet wurde damals ja schon, es ja z.B. die todschicken bunt bedruckten Amiga 500  :P und teilweise bekommt man auch mal gelackte, oder gebruschte ST´s bei ebay zu sehen, allerdings hält sich das dann in Grenzen.
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