Die deutsche Dokumentation zu

Autor: Finn Bastiansen

STinG-Autor: Peter Rottengatter


Zunächst eine Anmerkung: Auch wenn Ihnen diese Anleitung etwas lang erscheint, lassen Sie sich nicht entmutigen. Sie müssen nicht alles durcharbeiten, um eine funktionierende Konfiguration hinzubekommen. Viele Werte sind so voreingestellt, beispielsweise in den beiliegenden Konfig-Dateien, daß sie für die meisten Provider gelten. Zudem ist die ausführliche Beschreibung der Dialer-Dialoge nicht für jeden vonnöten. Also fangen sie ganz unbeschwert an und gehen die Anleitung in Ruhe Punkt für Punkt durch :-) Und bitte sehen Sie bei Problemen zuerst im FAQ nach, möglicherweise wird Ihr Problem dort angesprochen.

Verbindungen über Modem

Zuerst: Wenn Sie STiK installiert haben, deaktivieren Sie es zunächst, indem Sie STIKTSR.PRG im AUTO-Ordner und das Accessory STIK.ACC umbenennen (oder löschen, denn danach brauchen sie STiK ja (hoffentlich) nicht mehr).

1) Kopieren Sie STING.PRG zusammen mit STING.INF in den AUTO-Ordner. In der STING.INF müssen Sie den Pfad eintragen, wo Sie Ihren STinG-Ordner haben (der Ordner sollte die DEFAULT.CFG, die ROUTE.TAB und die *.STX-Dateien enthalten). Mit Ausnahme von SERIAL, TCP, UDP und RESOLVE.STX können Sie alle Module löschen, wenn Sie dies möchten.
  Legen Sie die CPXe in (wer hätte es gedacht :-)) Ihren CPX-Ordner (ein Hinweis: Wer mit STinG nur eine einzige Verbindung, und diese über Modem betreibt, der braucht nur das STING.CPX; dieses hat im Kontrollfeld den Namen STinG Internals! Zudem noch das SERIAL.CPX als Ersatz für das MODEM.CPX von ATARI, um die serielle Schnittstelle zu konfigurieren. Sie müssen zudem HS-Modem in Ihrem AUTO-Ordner haben, und zwar vor STING.PRG! HS-Modem beseitigt einige Fehler im TOS und wird für den Betrieb von STinG zwingend benötigt).

Wenn Sie jetzt den Rechner neu booten, sehen Sie, wie STinG seine Module lädt, und gelangen dann zu Ihrem Desktop. Starten Sie jetzt das CPX "STinG Internals" in Ihrem Kontrollfeld und aktivieren Sie STinG. Die Reaktionszeit können Sie über den Slider einstellen. Geringere Intervalle belasten das System stärker. Auf dem 12Mhz-ST des STinG-Autors belastet eine Einstellung von 10 ms das System nicht merklich. Sollte das bei Ihnen der Fall sein (weil Sie zum Beispiel "nur" einen 8MHz-ATARI haben), dann setzen Sie diesen Wert hoch. Abschließend klicken Sie auf OK.


2) Die ROUTE.TAB müssen Sie, wenn Sie nur eine einzige Verbindung, über Modem, benutzen wollen, nicht editieren. Dafür gibt es im Dialer die Option "Add Default Route", die in der Voreinstellung angeschaltet ist. Belassen Sie diese Datei also so und sehen Sie nach, ob die Option angeschaltet ist. Überspringen Sie den folgenden Absatz und gehen Sie weiter zum Punkt Benutzung des Dialers.

In anderen Fällen geht die Anpassung der Datei folgendermaßen vonstatten:

Zuerst müssen Sie sicherstellen, daß die Routing-Tabelle eine "Route" enthält, also gewissermaßen den Weg, über den STinG seine Datenpakete senden soll. Hierzu laden Sie die Datei ROUTE.TAB (sie sollte sich in ihrem STinG-Ordner befinden) in ihren Texteditor. Ändern Sie die Zeile, die mit den "0.0.0.0"-Einträgen beginnt, folgendermaßen:

 Tragen Sie die Schnittstelle ein, die Sie mit STinG benutzen wollen. Das ist bei normalen STs zumeist Modem 1, wie auch in der Datei vorgegeben. Bei Falcons hingegen ist es in den allermeisten Fällen Modem 2, beim TT Serial 2. Bei den Schnittstellennamen muß, bspw. bei "Modem 2", ein TAB zwischen "Modem" und der "2" stehen; ein Leerzeichen anstatt eines TAB ist nicht erlaubt, auch dürfen Sie nicht "Modem2" schreiben; entsprechendes gilt auch für die anderen Schnittstellen. Die benutzbaren Schnittstellen sind im CPX "Port Setup" (STNGPORT.CPX) angegeben. Weiter oben habe ich geschrieben, dieses CPX wäre zum Betrieb von STinG nicht unbedingt nötig; wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Schnittstellen Ihr Rechner hat, dann installieren Sie dieses CPX-Modul zunächst, um dieses herauszufinden; zum eigentlichen Betrieb, wenn Sie die Installation von STinG bewältigt haben, ist es dann nicht mehr notwendig.

Wichtig: Die Leerzeichen zwischen den IP-Adressen (die 4 Zahlen, die durch drei Punkte voneinander getrennt sind) müssen auf jeden Fall TABs sein, keine normalen Leerzeichen! Bitte beachten Sie dieses, denn das ist ein Fehler, der nicht allzu offensichtlich ist, wenn mal etwas nicht klappt.

Die letzten vier Nullen bezeichnen das Gateway zum Weiterleiten von IP-Paketen. Dies ist für Modemverbindungen nicht vonnöten, wohl aber für Ethernet- und Token Ring-Verbindungen. Also in Kurzform: Schnittstelle anpassen und im letzten Block das Gateway eintragen. Außerdem immer auf die TABs achten!


3) Der größte Teil der restlichen Konfiguration läuft über den Dialer ab:

Benutzung des Dialers:

Wenn Sie den Dialer benutzen, muß sich im selben Verzeichnis wie das DIALER.PRG (oder APP oder ACC) die Datei DIAL.INF befinden, wo der Pfad eingetragen ist, in dem sich die Datei DIAL.RSC und meist auch DIAL.SCR befindet. Letztere müssen Sie dann an ihre Bedingungen anpassen. Dies können Sie direkt über einen ASCII-Editor machen; es befinden sich viele Kommentare im mitgelieferten DIAL.SCR. Es ist empfehlenswert, sich eine Sicherheitskopie davon anzulegen, auf die man immer wieder zurückgreifen kann. Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Anpassungen über den Menüpunkt "Configs" im Dialer selbst vorzunehmen. Dies ist natürlich komfortabler. Genaueres zu den einzelnen Einstellungen weiter unten unter "Einstellungen im Dialer". Im Menü "Miscellaneous" sollte "Add default route" aktiviert sein (zu finden im DIAL.SCR unter "General Parameters", dort "DEF_ROUTE=TRUE" eintragen).

Starten Sie jetzt den Dialer, klicken Sie auf "Enable" und dann "Connect". Der Dialer wird nun ein Statusfenster öffnen, in dem Sie die Einwahl mitverfolgen können. Wenn die Verbindung zustandegekommen ist, so wird der Dialer von drei herunterzählen und das Statusfenster wird sich schließen. Der Button "Connect" wird sich in "Disconnect" ändern, zu gegebener Zeit können Sie hiermit die Verbindung wieder beenden. Sie können den Dialer schliessen, wenn die Verbindung aufgebaut wurde. Zum Abbrechen der Verbindung müssen Sie ihn dann wieder neu starten.

Die Datei DIAL.LOG wird die Anfangs- und Endzeit der Verbindung beinhalten. Wenn Sie im DIAL.SCR die richtigen Angaben gemacht haben, wird dort auch die Höhe der angefallenen Gebühren stehen, sowohl des Providers, als auch die Telefonkosten, wenn Sie LOCAL.FEE (den Namen der Datei können Sie im DIAL.SCR unter FEE_FILE festlegen) entsprechend angepaßt haben.


Einstellungen im Dialer:

In der obersten Zeile ist der Pfad der Konfigurationsdatei angegeben. über das Popup in der linken unteren Ecke können die verschiedenen Einstellungsdialoge ausgewählt werden. Über "Save" wird die Konfiguration gespeichert, mit "Accept" werden die aktuellen Einstellungen übernommen; der Dialer muß so nicht extra neu gestartet werden. Zu beachten ist hierbei noch, daß die Einstellungen nur per "Accept" übernommen werden können, wenn der Dialer mittels des Buttons weiter oben auf "Disabled" steht.


Dialog 'Modem Specifics':


Bei den folgenden drei Einstellungen werden mögliche Modemantworten eingetragen, die dem Dialer das entsprechende Ereignis signalisieren. Diese Modemantworten sind standardidisiert und daher bei den meisten Modems gleich.

Dialog 'Dial Script':

Die Abarbeitung eines Skripts läuft nach einem festen Schema ab: Zunächst ein WAIT-Kommando, darauf das Kommando REPT, dann sucht STinG nach einer Anfrage des Servers ('Find'=FIND), bspw. dem Loginnamen, und STinG antwortet ('Response'=RESP).
Das Kommando WAIT gibt eine bestimmte Zeit an, die gewartet wird, bevor die nächsten Befehle ausgeführt werden. Die Zeit wird in Millisekunden angegeben und sollte ein Vielfaches von 5 sein. Bei REPT wird ein String angegeben, der wiederholt gesendet wird, während nach dem FIND-String gesucht wird.
Zu jedem FIND muß aus technischen Gründen ein REPT, RESP und ein WAIT angegeben werden, auch wenn die Felder selbst frei bleiben.

Wie genau das Login stattfindet, wird Ihr Provider Ihnen mitteilen. Für größere Provider liegen auch Beispieldateien dem Archiv bei. Im folgenden ein Standard-Skript, das den generellen Aufbau verdeutlicht:


WAIT = 500
REPT = /
FIND: 'Login' oder 'Username'>(jeweils ohne Anführungszeichen)
RESP: 'ich'
  
WAIT = 500
REPT =
FIND: 'password'
RESP: 'AbCd435y'
  
WAIT = 500
REPT =
FIND: 'ascend'(verschieden, es wird das zu verwendende Protokoll erfragt)
RESP: 'ppp'
  
WAIT = 500
REPT = /
FIND: 'IP address is'
RESP: $GET_IP(durch dieses Kommando wird die Ihrem Rechner zugewiesene Adresse an STinG übergeben)

Die einzelnen Schritte müssen Sie von ihrem Provider erfragen, zu beachten ist jeweils der genaue Wortlaut, da Computer nicht sehr flexibel sind, was das angeht :-( Alternativ können Sie sich auch mit einem Terminalprogramm wie CoNnect beim Provider einwählen. Sie können dann genau mitschreiben, was beim Login verlangt wird. Es kommt so aber keine Verbindung ins Internet zustande, die sie mit einem Browser oder anderen Client nutzen könnten!

Dialog 'Port Parameters'

Möglicherweise wird der Login auch über ein Protokoll namens PAP abgewickelt, Sie müssen dann unter 'Find' und 'Response' nichts eintragen, sondern im Dialog die PAP-ID und das PAP-Passwort eintragen. Diese sind identisch mit den normalen Loginnamen und dem Passwort. Sie können dies auch in der Datei DIAL.SCR von Hand einfügen.

PAP_ID = "Loginname"

PAP_PASSWORD = "Passwort"

Der Login wird dann nach dem PAP-Verfahren abgewickelt. Je nachdem, welches Protokoll Ihr Provider anbietet, müssen Sie dieses im Dialog anklicken. Ist dieses SLIP, so kreuzen Sie bitte SLIP an, im Falle von CSLIP wählen Sie SLIP mit "Van Jacobson (Header) Compression"(VJHC). Dies können Sie aber auch bei PPP aktivieren, wenn die Gegenstelle das Verfahren nicht anbietet, so wird die Verbindung ohne VJHC hergestellt.
Als IP-Adresse geben Sie bitte nichts an, wenn Ihr Provider dynamische IP-Adressen vergibt, was meist der Fall sein wird. Wenn Sie keine derartige Zahl von Ihrem Provider mitgeteilt bekommen haben, so bekommen Sie beim Login automatisch eine zugewiesen. Haben Sie eine feste IP-Adresse bekommen, so tragen Sie diese bitte hier ein.

Allgemein ist zu den Werten in DEFAULT.CFG zu sagen, daß die vorgegebenen Zahlenwerte grundsätzlich zu empfehlen sind. Nur erfahrene User werden hier noch kleine Verbesserungen erreichen; Auslastungsschwankungen im Netz haben hier meist gößere Auswirkungen.


Dialog 'Addressing':
Hier können Sie den Loginnamen und Ihren richtigen Namen eintragen. Der Domainname Ihres Providers wird hier ebenfalls angegeben, zum Beispiel 'germany.net' oder 'dtag.de' (Deutsche Telekom AG, für T-Online). Diese Angaben sind nicht zwingend erforderlich. Der Nameserver wird auch hier eingetragen, also die IP-Adresse(n) Ihres Providers; bei PPP wird dies meist beim Login übermittelt, also ist diese Angabe auch nicht unbedingt nötig.

Dialog 'Phone & ISP Cost'

Zum einen müssen Sie hier die Telefonnummer des Providers eintragen. Gibt es mehrere, so geben Sie zunächst eine ein und klicken dann auf 'Add'. Die erste wird dann übernommen und verschwindet, woraufhin Sie eine oder mehrere andere eingeben können.

Unter 'Fee File' wird der Pfad der Datei angegeben, die die Gebühren- informationen enthalten. Es ist eine Datei namens "LOCAL.FEE" im STinG- Paket enthalten, die Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Zu diesem Zweck gibt es auch eine Datei FEE.DOC, die den Aufbau dieser Datei beschreibt, zunächst nur in Englisch. Nach einer Sitzung können Sie im Dialog die Zeit ablesen, die Sie im Internet verbracht haben, ablesen, sowie die Menge der empfangenen und gesendeten Daten. Entsprechend werden dazu die anfallenden Gebühren angezeigt.


Dialog 'Environment':

Dieser Dialog ist zur Zeit noch ohne Funktion und für eine der nächsten Dialer-Versionen vorgesehen (zur Zeit ist 1.15 aktuell). Dann werden hier verschiedene Variablen aus der DEFAULT.CFG veränderbar sein.


Dialog 'Miscellaneous':

Hier können diverse Einstellungen vorgenommen werden.


Zurück zur Hauptseite Zum Seitenanfang

© 10/1998 by Finn Bastiansen.