Hardware > Hardware (Classic 16-/32-Bit)

Inside vortex HDplus

(1/2) > >>

ToPeG:
Eigentlich wollte ich mich ja mit dem PP->ACSI Adapter beschäftigen, aber ich bekam eine Vortex HDplus 30 geschenkt und war abgelenkt. :)

Hier ein Bericht, damit nicht nur ich etwas davon habe.

Als neugieriger Mensch habe ich sie Natürlich sofort auseinander Geschraubt um die Innereien zu begutachten.
Ich fand ein Board mit einem XT (8Bit ISA) Anschuss und einer MFM-Controller-Karte ACB2072 (408106-00). Das hat mich gefesselt. Ich weiß das sich der IDE-Bus und die IDE-Register auf ISA-MFM-Controller Karten zurückführen lässt und immer noch Kompatibel dazu ist. Also begann ich nach der Suche von Informationen zum Controller, leider findet sich nahezu nichts mehr dazu. Nur ein Installationsguide von Adaptec war zu finden. Ich grub tiefer und fand in alten FreeBSD Hilfen eine Referenz auf den Controller. Dort wurde beschrieben, das dieser kompatibel zum WD1002 sein sollte, Aber auch zu dem war nichts mehr zu finden. Nur der WD1010 tauchte immer wieder auf und wird als Urvater des IDE-Interfaces beschrieben. Aber das hatte immer eine Kehrseite. Im IBM-PC werden die Register aller WD1010 kompatiblen Karten bei den Adressen &H01F0-&H01F7 eingeblendet.  Die ACB2072 Hat aber ihre Register bei &H0320-&H0323 (was ich dem Installationsguide entnehmen konnte) Das wollte nicht zusammenpassen.
In einer Assemblersource zu PC/M Fand ich das der WD1002 kompatibel zum OMTI 5520 sein soll, und hier wurde ich fündig. In den Linux-Quellen fand ich die Treiberquellen (Linux/drivers/block/xd.c) für diesen Controller und damit auch eine umfassende Beschreibung der Funktionsweise. (Danke Linux-Leute das ihr nichts wegschmeißen könnt :) ).
Das Ergebnis ist etwas ernüchternd. Alle WD1002 Kompatiblem Karten funktionieren ganz anders als die wenig späteren WD1010 Kompatiblen. Das war recht enttäuschend. Es ist kein einfacher IDE-Adapter für die Vortex in Sicht. Aber etwas anderes fiel mir auf als ich mir die unterstützten Befehle in den Linux-Quellen anschaute. Die sahen aus wie ACSI-Befehle (bzw. SCSI). Alle wichtigen Kommandos hatten die selbe Befehlsfolge und auch die Art wie die Befehle an den Controller versendet werden erinnerte mich sehr an SCSI. Ein KommandoByte und dann eine Reihe von Parametern. Quittiert wird das mit einem StatusByte vom Controller. Das ist Praktisch SCSI, nur das die Adressierung der Festplatte fehlt. Dazu fand ich ein Register, welches zur Laufwerksselektion dient, wobei immer nur ein Bit gesetzt werden darf. Das ist exakt wie beim SCSI. (bei den MFM-Karten scheint nur 0 und 1 erlaubt zu sein)
Weiterhin stieß ich bei meiner Suche auf den Hinweis das FutureDomain SCSI Karten in der Vortex funktionieren sollten. Ich sehe nicht was dem entgegenstehen sollte. Ich habe mir zwar nicht angeschaut wie man eine XT-Bus FutureDomain SCSI-Karten programmiert, aber ich sehe keine Grund warum einige Hersteller nicht zum WD1002 kompatibel sein sollten.
Für die Vortex würde das bedeuten. Findet man eine Passende SCSI-Karte, lassen sich dort SCSI-Paltten verbauen. Aber nur zwei dürften sich ansteuern lassen (ID0 und ID1), sofern die Vortex-Firmware Nicht mehr als Zwei MFM-Platten erlaubt.
Aber ganz habe ich die Hoffnung auf nicht aufgegeben. Bei meinen Untersuchungen der Vortex-Karte habe ich festgestellt, dass 14 Adressbits des XT-Busses belegt sind. Von der Hardware her steht anderen XT-Karten kaum etwas im Wege. Es sollte möglich sein nahezu beliebige andere XT-Katen zu nutzen wenn die Firmware der HDplus angepasst wird.
Das Board wird mit einem z80 Betrieben und hat 2K-SRam. Der Adressraum wird in vier große Teile unterteilt wobei Ram, Rom und XT-Bus jeweils ein Teil nutzen. Vermutlich wird der letzte Teil für den ACSI-BUS genutzt. Das Alles sieht nicht sehr kompliziert aus und es sollte möglich sein eine Neue Firmware zu schreiben. Meine Erfahrungen mit dem Z80 sind beschränkt, aber möglicherweise findet sich mal jemand. :-) Der könnte dann auch gleich die ganzen Inkompatibilitäten austreiben...
Möglicherweise rühren die Inkompatibilitäten auch daher, das die MFM_Karte die Befehle direkt vom ACSI-Bus übernimmt und und nur minimale Transformationen stattfinden.
Dazu muss ich mal alles wieder zusammen bauen und ein paar Tests machen.

jens:
Bei der SH204 ist es andersherum:
Erst der ACSI-SCSI Wandler, dann die SCSI-MFM Controllerkarte, die die Platte anspricht.

ToPeG:
Ja die SH204 ist eine logische Weiterentwicklung. Die wd1002-W2X-Karte wurde in ein recht simples Interface und einen intelligenten Controller zerlegt. Beide kommunizieren über den SASI-BUS. Nur wenige Modifikationen waren nötig um daraus SCSI zu machen. In der SH204 findet man sozusagen den Enkel des wd1002.

Noch was zu den XT-MFM-Controller-Karten. Ich bin dem ganzen so ziemlich auf den Grund gekommen.

Das war ein Ausflug in die Frühzeit des Computers, als IBM seinen ersten Personal Computer auf den Markt brachte.

Damals war alles 8Bit, und die Software sehr rudimentär. IBM wollte seinen ersten PC veröffentlichen und Stand vor einem Problem. Sie wollten eine Leistungsfähige Festplattenanbindung, aber dafür keine Prozessorleistung verschwenden, oder viel Software schreiben. Also ließen sie ein intelligentes Subsystem entwickeln aus dem sich später SASI und dann SCSI entwickeln würde. Das ganze war für damalige Verhältnisse eines Serversystems angemessen und dementsprechend teuer. Die Idee war es ein komplettes Subsystem mit Prozessor/Speicher/Festplatten(und Disketten)-Controller zu bauen und das über ein 8-bit und 4 Register Interface mit dem PC kommuniziert. Das machte ein IC Namens "WD11C00-17". Als später das 16bit ISA auf den Markt kam und die Vormachtstellung von IBM schwand, wurde das ganze Interface über Bord geworfen. Stattdessen wurde der eigentlichen Festplattencontroller (WD1010), der vorher im Subsystem gekapselt war direkt an den ISA-Bus gehängt. die Geburtsstunde von IDE. Das ganze hatte natürlich auch ein paar Kehrseiten. Die Struktur im gekapselten System wollte nicht so recht an den ISA-BUS passen, es wurden mehr Register gebraucht und außerdem war der Festplattencontroller eng mit dem Diskettencontroller verzahnt. Das sieht man dem IDE-Bus noch heute an. Dann ging noch die logische Adressierung der Festplatte verloren, da das über das Businterface (WD11C00-17) gelöst wurde.

Also lange rede kurzer Sinn. Man (er)finde eine WD11C00-17 kompatible XT-bus Karte, die modernere Festplatten oder andere Speichermedien unterstützt und sollte sie direkt in der Vortex HDPlus nutzen können.

ToPeG:
Mich hat gerade die Erkenntnis geschlagen.  ;D

Man nehme eine "WD1002-27X"-Karte und schaue ob sie mit dem Vortex-Boad und  der normalen Festplatte funktioniert. Dann such man den "WD1010" Löte ihn runter und schließe stattdessen ein CF-Adaper im TrueIDE-Mode an.

Das Datasheet vom "WD1010" ist noch zu bekommen. Da kann man das Pinnout herauslesen.
Das würde nur mit CF-Karten funktionieren, da sie noch ein 8-Bit Zugriff verstehen.

Nur leider habe ich keine "WD1002-27X" oder eine andere Passende xt-Karte...

Athlord:
Moin,
interessantes Thema.
Ich habe hier ein Vortex-Controllerboard mit Adaptec ACB-2072 MFM/RLL Controller.
Allerdings habe ich das Ding noch nicht getestet.
Ich werde den heute mal Entstauben und fotografieren.
Gruss
Jürgen

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln