Hardware > Hardware (Classic 16-/32-Bit)
68K30L, Falcon und Suska-III-T2
guest2022:
Hallo,
ich bin (mehr oder minder) zufällig auf das Thema hier gestoßen und beschäftige mich eigentlich eher mit einem anderen bekannten Tastaturcomputer der mit A anfängt. Hier aber meine 3 Cent...
Beim Coldfire (CF) gibt es mehrere Probleme:
Interface 68k/Atari <-> Coldfire müsste designt werden, es gibt allerdings ein Referenzdesign von Motorola um einen V3 coldfire in ein 68030 System einzubinden.
Der CF kann einige 68k Befehle gar nicht, diese müssen über eine Emulationslibrary z.B. die CF68klibrary (von Motorola/Freescale zur Verfügung gestellt) nachgestellt werden. Das macht das ganze langsamer als nativen Coldfire code.
Einige Befehle gibt es sowohl im 68k als auch CF Befehlssatz verhalten sich aber anders, diese Befehle können nicht abgefangen werden und verhalten sich so wie ein CF Befehl und liefern wohlmöglich falsche Ergebnisse.
Es gibt die Möglichkeit die CF68klib so zu konfigurieren das sie einen virtuellen 68k aufsetzt, dieser hat dann aber weder MMU noch FPU.
Es bleibt die Möglichkeit ohne MMU/FPU zu leben (sofern möglich), selber einen 68k Emulator zu schreiben der FPU/MMU unterstützt, einfach auszuprobieren ob irgend etwas passiert wenn man den Coldfire die "doppelten" Befehle unter der CF68klib so ausführen lässt wie er das gerne möchte, oder ein Coldfire natives System anzustreben, das nur z.B. alte Applikationen die nicht re kompiliert werden können und Probleme machen in einer Art 68k Box ausführt.
Weiterhin hat noch niemand so richtig ausprobiert wie schnell der CF denn 68k code ausführen kann...
Das Positive ist das ein V4 Coldfire mit 400MIPS 25€ kostet während ein 68060 (100 MIPS?) mit 300€ zu buche schlägt und nicht mehr weiter entwickelt wird.
Vielleicht ist es besser erst einmal einen 040/060 anzubinden, wenn das klappt und dann noch Lust und Zeit da ist könnte man (mit der gesammelten Erfahrung)probieren sich die Zähne am CF auszubeißen. Anscheinend sind ja alle Bemühungen einen Coldfire als Hauptprozessor für/im Atari oder Amiga zu nutzen bis jetzt nicht über das Prototypen Stadium hinaus gekommen.
wfoerster:
Hallo zusammen,
ich bin wieder zurück und möchte mich hier gleich noch ein wenig einbringen. Vorweg: zur Leiterplatte gibt's noch nichts neues. Sie ist nochmal zurück zum Hersteller, da der Stoplack nachgearbeitet werden muss (ein Daten-Exportfehler meinerseits). Zu den Ausführungen bezüglich Coldfire und 'where shall we go': ich finde nichts besonderes am Coldfire. Es ist im Prinzip eine um einige (viele) Befehle abgespeckte CISC-CPU. Der einzige Vorteil, den ich sehe ist wohl ihre Geschwindigkeit. Da kommt man mit einer FPGA-CPU nicht mit. Die 1MIPS des 68000 sind kein Problem, vermutlich auch 10MIPS nicht und vielleicht gehen auch 50MIPS mit Optimierungen. Aber die 400 sind nicht zu erreichen. Auf der anderen Seite: braucht man das für diese Art Hardware? Zu Zeiten der Apollo Workstations wurden wissenschaftliche Rechnungen auf den Maschinen durchgeführt. Und heutzutage braucht jede Computermaus schon einen ARM? Ich denke, dass es ein völlig anderer Ansatz ist, eine Coldfire basierte Lösung zu realisieren. Und wenn schon CPU, Leiterplatte, Custom-Chips und Speicher sowie Spezialcontroller etc. verbaut werden, wieso dann nicht gleich eine 64 Bit Lösung? Und Steckplätze für Hardware wären dann vielleicht auch sinnvoll (PCI-Express). Und wenn dann alles fertig ist, ist die ganze Sache schon wieder veraltet und es geht von vorne los. Weshalb ich das so spitz formuliere: nicht weil ich die FPGA-Lösung favorisieren wollte (die gibt's ja demnächst sowieso). Nein, weil ich Erfahrung mit dem Entwurf komplexer Systeme habe. Und ohne ständig Produktpflege zu betreiben (abgekündigte Chips, geänderte Gehäuse, nicht mehr verfügbare Komponenten (siehe Speichertypen) usw.), ist so ein Projekt schon tot, bevor es in vernünftigen Chargen produziert werden kann. Und wenn man genau hinschaut, dann hat man eben doch nur irgendwie ein System entworfen, wie es vielen anderen in etwa entspricht (meiner Meinung nach nicht besonders innovativ). Ich bin daher eher für den kontradiametralen Weg: so viel wie möglich als Soft-Cores zu realisieren, wenn es geht später auch USB-Controller und Ethernet/MAC etc. Dann müsste gegebenenfalls noch gelegentlich das FPGA gegen ein moderneres getauscht werden und das war's. Die Phys kommen allesamt in relativ kompakten Gehäusen und können daher leicht gegen aktuelle gewechselt werden. Das Suska-Board stellt daher meiner Meinung nach einen guten Kompromiss dar. Es sind neben dem FPGA und ein paar gängigen Halbleitern noch wenige spezielle Bauteile (USB, Ethernet, Audio-Codec) verbaut, um die man in einem ersten Ansatz einfach nicht herum kommt. Später könnte man Chip für Chip in's FPGA verlagern. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal darauf hinweisen, dass der 68030 Core in Arbeit ist und vermutlich einiges schneller arbeiten wird, was unter anderem im verkürzten Bustiming und den 32Bit Zugriffen (allerdings nicht auf diesem Board) begründet ist. Vielleicht sollte man klein anfangen, ohne gleich nach den Sternen greifen zu wollen. Und mit klein meine ich ein System, welches noch vor einigen Jahren zigtausendfach seine Dienste geleistet hat. Ich bin Claus' seiner Meinung, das System um Komponenten zu erweitern, die Sinn machen und auch was bringen (vielleicht einen MP3-Decoder in Hardware ... oder Video...). Und last but not least: ich habe nachdem ich irgendwelche Systeme entworfen habe jedesmal ein Gefühl dafür, ob es jetzt ein guter Wurf war oder eher Standard. Über das Suska-Board denke ich, dass es ein guter Wurf war, da genau abgewogen wurde, was nun drauf soll und ich habe auch nicht versucht, hier mit dem Brecheisen irgendwelche Strukturen anzulegen, die vielleicht irgendwann mal gebraucht werden könnten (im Speziellen denke ich da an einen geteilten 16/32 Bit Datenbus). Das System ist 16 Bit, weitgehend kompatibel zur alten Hardware, aber keinesfalls so gestaltet, dass wir 'alten Sachen' nachhängen müssen. Im Gegenteil: ich denke, dass es durch die Vielfalt seiner Schnittstellen geradezu einlädt, Erweiterungen vorzunehmen. Da stünden beispielsweise USB-Maus, USB-Tastatur, Audio-Features, Grafik-Modi, Energiemanagement, SP/DIF Ethernet, Erweiterungsports für Funklösungen usw. und Sachen, die erst dann erfunden werden, wenn man mal sieht, was das System alles kann.
Viele Grüße
Wolfgang
tuxie:
Wolfgang, ich bin ganz deiner Meinung und Willkommen zurück!!
Zum Thema Coldfire habe ich was für euch.
Nämlich ein bereits Lauffähiges Coldfirboard von Freescale.
Didierm hat darauf das Tos von der CT60 angepaßt, wenn ich das geld über hätte würde ich mir ein Board bei Farnell bestellen und mal Testen. Aber leider ist das Geld nicht da, daher werde ichs wohl auch nie Testen können :-[
http://perso.orange.fr/didierm/ct60/ctpci-e.htm
tost40:
Hallo Ingo,
mich interessiert auch sehr, wie das Board mit einem
angepassten TOS läuft.
Ich würde mich an den Kosten für die Anschaffung beteiligen.
Unter http://www.produkte24.com/ctp/2240/9/full/
habe ich von einem Preis von 299 Euro gelesen.
Vielleicht gibt es ja noch ein paar, die sich an den Kosten beteiligen.
Gruss Martin
guest2022:
--- Zitat ---Aber die 400 sind nicht zu erreichen. Auf der anderen Seite: braucht man das für diese Art Hardware?
--- Ende Zitat ---
Ich sage es jetzt einmal so:
68060 Beschleuniger sind sehr beliebt und teuer was wohl auch darin begründet liegt das eine der Hauptkomponenten einen Katalogpreis von 300€ mit sich bringt. Stellenweise werden diese Beschleuniger dann von 50MHz auf 100MHz übertaktet, ein gewisser Bedarf an "mehr MIPS" scheint also da zu sein...
Der CF ist (wahrscheinlich/hoffentlich) ein wenig schneller als ein 68060@100 und kostet nur ein zwölftel, das macht ihn für gewisse Überlegungen interessant...
Ich finde den CF interessant weil er leistungsmäßig halbwegs zu den "alten Tastaturcomputern" zu passen scheint. Ein 3 GHz PPC auf dem ein 68k Emulator läuft würde mir "etwas" zu viel Abwärme produzieren und währe wahrscheinlich unverhältnismäßig schnell im Gegensatz zum Rest des Systems.
--- Zitat ---Vielleicht sollte man klein anfangen, ohne gleich nach den Sternen greifen zu wollen.
--- Ende Zitat ---
Ja das stimmt, sonst verhaspelt man sich wahrscheinlich in der Komplexität des Projektes. Wobei Du ja schon mehr als "kleines" geschafft hast...
--- Zitat ---Didierm hat darauf das Tos von der CT60 angepaßt
--- Ende Zitat ---
Die Seite habe ich auch schon gefunden, aber die letzten News sind auch schon etwas her, auf jeden Fall interessant...er hat ohne große Probleme ein 68k System darauf zum laufen bekommen...
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln