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Matrix MatGraph C32-Serie Grafikkarte RAM-Erweiterung

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Es wird hier dokumentiert, wie die Grafikkarten der Matrix MatGraph C32-Serie, die standardmäßig OnBoard nur 256 KByte Video-RAM besitzen, mit einer steckbaren Erweiterungsplatine auf den Maximalausbau von 1 MB Video-RAM erweitert werden können.

Diese Option war vom Hersteller Matrix bereits vorgesehen, im Handbuch sind Erweiterungen auf 512 KB und auf 1 MB erwähnt.
Da es keinerlei Unterlagen darüber gibt, auch keine originale RAM-Erweiterung für ein Reverse Engineering zur Verfügung stand, wurde die RAM-Erweiterung komplett neu entwickelt.

Dank Frank Lukas unermüdlichen Einsatz – tausend Dank dafür!!! – ist das Projekt RAM-Erweiterung für die Grafik-Karten der Matrix MatGraph C32-Serie gelungen! Wichtig waren auch die Anregungen der Forenteilnehmer, hier stellvertetend Lynxman, die Motivation von dbsys, und der Ansporn, den wir durch die stetig steigende Leserschaft von Euch allen sahen!

Im Juli 2025 begann das Projekt, begonnen unter 'Suche', und wurde im Oktober 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Unter diesem Link finden sich die Eagel- und Gerber-Dateien für die entwickelte Platine:
https://reversing.pl/frankl/c32ram/c32ram.html

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Die Matrix MatGraph C32-Grafikkarten zeichnen sich durch Ihren sauberen und modularen Aufbau aus.
Sie wurden für den Mega ST und den VME-Bus (Mega STE und TT) hergestellt.

Herausragend ist, dass Matrix diese Grafikkarten für den Atari direkt entwickelt hat, also nicht wie andere Lösungen einfach nur PC-Karten modifiziert hat. Das zeigt sich auch am Softwarekonzept (Matrix VMG), wohl eines der professionellsten für Atari.

Im Juli 2025 wurde eine Matrix MatGraph C32 für den Mega ST-Bus ersteigert. Diese war verstaubt, aber optisch gut erhalten und vor allem vollständig mit den Bauteilen bestückt – sie viel also nicht der Bauteileplünderung zum Opfer. Der Doppelte-Platinenaufbau ließ zudem darauf schließen, dass es nicht nur eine Basis-C32 ist, sondern eine C32 mit EG-Option (hochaufgelöste Monochrom-Darstellung über zweiten Videoausgang). OnBoard hat diese Karte 256 KB Video-RAM, direkt auf dem Hauptmainboard eingelötet. Eine Videospeichererweiterung (wird auf die beiden Stiftsockel gesteckt) war nicht vorhanden, auch der Sockel für den optionalen Fließkommaprozessor (Motorola 68881) war leer.

Für den Betrieb der Grafikkarte ist TOS 1.04 Mindestvoraussetzung.
Die Matrix-Treiber sind ebenfalls erforderlich, auch wenn NVDI davon nur einen Teil benötigt.

Als Testrechner dient ein Mega ST4 mit TOS 2.06 und NVDI 5.03.

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Handbuch von Matrix, und Matrix-Treiber letzter Stand (Version 2.3).

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Vor der Treiberinstallatiion wurde die Matrix MatGraph C32 schon einmal in den MegaST eingebaut. Nachdem es keine 'elektronischen Auffälligkeiten' oder Hänger gab, wurde als zweiter Vortest die FPU (Mathematischer Co-Prozessor Motorola 68881 mit 16 MHz) eingesetzt. Auch damit startete der Atari Mega ST problemlos, die FPU wurde von Testprogrammen erkannt (für die FPU ist kein dedizierter Treiber erforderlich). Schön, dass Matrix diesen Sockel auf der Grafikkarte hat, daher auch ihr Name 'MathGraph'.

Nachdem soweit alles funktionierte, wurde NVDI mit der Option Matrix installiert. Statt einer Festplatte nutze ich ein Gigafile SD-Kartenlaufwerk mit HDDriver 12.x

Am MegaST wurde ein SM124 angeschlossen, und an der Grafikkarte ein NEC Multisync 1970 NXp. Je nach Treiberkonfiguration startet das System im Dual-Modus (SM124 + VGA-Monitor), oder auch nur auf dem VGA-Monitor.

256 KB Video-RAM limitieren natürlich gewaltig. Mehr als 640x384 (400) mit 256 Farben sind nicht möglich.
Eine Video-RAM-Erweiterung wäre schön ...

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Nachdem intensivste Recherchen nach so einer originalen Matrix RAM-Erweiterung erfolglos blieben, zig Foren durchstöbert, selbst Internet-Archive durchkämmt und so weiter, wandte ich mich hier im Forum unter 'Suche' an die Atari-Home.de Forenmitglieder.

Das brachte den Stein ins Rollen. Zwar war ein Original oder Nachbau nirgends aufzutreiben, auch gab es weder Bildmaterial noch irgendwelche technischen Unterlagen dazu, aber Frank Lukas kam ab hier ins Spiel – als exzellenter Kenner der Matrix Grafikkarten und Elektronikentwickler – und es kam ein Austausch zu Stande – und die Idee, solch eine Platine könnte doch auch neu entwickelt werden ...

In der Zwischenzeit hatte ich schon mal alles exakt ausgemessen, wieviel Raum denn überhaupt zur Verfügung stünde, wo meiner Ansicht nach Aussparungen erforderlich wären, welche Maße, Abstände usw. einzuhalten wären, ja auch, wieviel Platz für hängende oder aufsitzende Bauteile vorhanden wäre. Es wurde klar, es ist sehr wenig Raum, es kommt auf jeden Millimeter an. Ich zeichnete diesen Plan mit einigen Revisionen, hier in der endgültigen Fassung.

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