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TT und Neuinstallation mit Mint
Nervengift:
Ich habe eine SSD im Milan seit fast sechs Jahren im Einsatz. Bislang ohne Probleme. Ich sehe das mit der TRIM-Geschichte auch nicht so dramatisch. Wenn die SSD Garbage Collection beherrscht, dann sollte die Verwendung in einem Atari schon in Ordnung sein, denke ich. Es stellt sich auch immer die Frage, welche Datenmengen darauf bewegt werden. Bei einem modernen System kommt da eine Menge zusammen. Sei es wie es sei. Allerdings muss ich auch sagen, dass eine SSD für die alten Retrorechner keinen wesentlichen Geschwindigkeitsvorteil bieten. Das nimmt sich nichts ob man zur herkömmlichen Festplatte greift oder zu modernen SSD.
goetz @ 3rz:
--- Zitat von: mfro am So 04.04.2021, 09:48:00 ---Eine SSD im TT?
Toll, dass das erstmal funktioniert, aber längerfristig halte ich das für keine gute Idee.
TOS/MiNT weiss nichts von SSDs und kennt die (eigentlich für einen stabilen Betrieb notwendigen) TRIM Kommandos für SSDs nicht. Dadurch kann die SSD ihr wear leveling nur sehr eingeschränkt einsetzen (weil für ihre Firmware jeder irgendwann mal beschriebene Flash Block als "don't touch" markiert ist).
Schlimmer noch: TOS (MiNT schon) hat praktisch keine Schreibpuffer, d.h. jede noch so kleine FAT-Veränderung wird unmittelbar zurückgeschrieben, d.h. insbesondere die FAT-Bereiche verschleissen so um Grössenordnungen schneller als bei modernen Betriebssystemen.
Die SSD wird mit Abstand ihr normales Lebensalter nicht erreichen.
--- Ende Zitat ---
Ich sehe das etwas anders. Ja, TOS ist sowas von unvorbereitet für SSD-Betrieb, d.h. sinnvolle Wiederverwendung „gebraucher“ Flash-Zellen, um Schreiblast über die gesamte Zellenbreite zu verteilen.
Aber – TRIM ist v..a bei hoher Schreiblast und/oder recht vollen SSDs wichtig. Beides bekommt man an einem TT oder auch Milan nicht wirklich hin, bzw. sind kein typischer Anwendungsfall. Eine knödelige Samsung 870 EVO, also mit das billigste was man von Samsung an SSD kaufen kann, schafft zugesagte 150 TB Lebensdauerschreiblast. Ein TT schreibt mit max. 3 MB/s würde ich schätzen.
((150 [TB garantierte Schreiblast] × 1024 × 1024) / 3 [MB/s]) / 60 [sec] / 60 [min] → 14563 Stunden kontinuierliches Schreiben. 606 Tage. Also, mit meinem TT bekomme ich das nicht mehr hin.
Und voll bekomme ich eine 250 GB SSD am TT auch nicht. Also TRIMme ich eine gebrauchte erstmal unter Linux durch, dann wird sie partitioniert, und gleich mal 2/3 leer gelassen. Dadurch hat der SSD-Controller genug unbenutzte Zellen – aus dem „hinteren“ Bereich der ungenutzten Kapazität – um dort Schreiblast zu verteilen.
Kurz: ich denke, die SSD wird den TT überleben.
Anders sieht es bei kleinen Medien und/oder miesen solchen (SD-Cards …) aus. Und auch für eine Daten-Lagerung sind Flash-Medien eher ungeeignet. Also TT in’n Schrank stellen und nur alle paar Jahre rausholen, das ist nicht prädestinierte Einsatzzweck.
Meist nehme ich an Rechnern die IDE können anderweitig ausrangierte 2.5" Harddisks, IDE oder SATA mit Adapter. Die bekommt man überall noch rein, sind leise, halten Daten auf Dauer, mehrfach schneller als ein TT o.ä. lesen kann, billigst, und erzeugen keinen zusätzlichen Resourcenverbrauch.
mfro:
--- Zitat von: gh-baden am Mo 05.04.2021, 01:32:32 ---Aber – TRIM ist v..a bei hoher Schreiblast und/oder recht vollen SSDs wichtig. Beides bekommt man an einem TT oder auch Milan nicht wirklich hin, bzw. sind kein typischer Anwendungsfall. Eine knödelige Samsung 870 EVO, also mit das billigste was man von Samsung an SSD kaufen kann, schafft zugesagte 150 TB Lebensdauerschreiblast. Ein TT schreibt mit max. 3 MB/s würde ich schätzen.
--- Ende Zitat ---
Ich bin nicht sicher, ob die "Schreiblast" tatsächlich eine geeignete Größe zur Bewertung ist.
TOS hat FAT-Dateisysteme und die FAT wird - soweit ich weiß - im TOS nicht ("schreib-") gecached - auch nicht vom Harddisk-Treiber. Wenn ich also auf eine Datei schreibe und TOS einen neuen Cluster anhängen muss, wird jedes Mal die FAT neu geschrieben.
Bei einer SSD nicht nur das eine WORD in der FAT, das sich verändert hat, und auch nicht - wie bei einer drehenden Platte - nur der eine Sektor, sondern (nachdem Flash nur blockweise überschreiben kann) der gesamte Flash-Block.
Wenn ich das richtig sehe, hat - um bei dem Beispiel zu bleiben - eine 870EVO 16MByte grosse Flash-Blöcke, eine 250 GB-Platte dementsprechend also etwa 15000 davon. Jeder Flash-Block packt 100000 zugesagte Schreibzyklen (auch wenn das wear-leveling wahrscheinlich schon lang davor einen Reserve-Flash Block zuordnen wird).
dbsys:
Hochinteressant, diese Diskussion über die eventuelle Eignung von SSD Speichern am oder im Atari. Aber mal im Ernst, ist es nicht "Perlen vor die Säue geworfen"? Welche Vorteile sollen daraus erwachsen? Jede ausrangierte 2,5" IDE Festplatte der letzten 10 Jahre ist um Magnituden schneller, als das schnellste IDE Interface für unsere Atari-Rechner.
Da bin ich ganz bei @gh-baden und denke, daß er das ganz praxisnah beschrieben hat:
--- Zitat von: gh-baden am Mo 05.04.2021, 01:32:32 ---
Meist nehme ich an Rechnern die IDE können anderweitig ausrangierte 2.5" Harddisks, IDE oder SATA mit Adapter. Die bekommt man überall noch rein, sind leise, halten Daten auf Dauer, mehrfach schneller als ein TT o.ä. lesen kann, billigst, und erzeugen keinen zusätzlichen Resourcenverbrauch.
--- Ende Zitat ---
Ich habe alle meine Ataris mit für Notebooks inzwischen "zu kleinen" 2,5" IDE Platten ausgestattet. Das Booten geht so schnell und leise vonstatten, daß man sich kaum noch umdrehen kann, um zwischendrin was anderes zu machen.
Arthur:
Die Dauertransferrate ist aber nur ein Faktor der beschleunigt wird, die Zugriffszeit für Spur und Sektorwechsel ist bei der geringen Transferrate des Atari erheblich besser. Und was mir auch noch wichtig ist, ist die Unempfindlichkeit gegenüber Vibrationen und Stößen. Statt einer SSD am Atari nutze ich, wie viele andere auch, schon länger eine CF-Karte bzw. SD-Karte.
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