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Mega-STE Netzteil defekt.
guest2696:
Hallo,
der Befund "R35 durchgebrannt" liegt nun schon wieder einen Monat zurück. Inzwischen habe ich die PSU anhand der aus http://www.exxoshost.co.uk/atari/last/psu/index.htm adaptierten Liste (siehe unten) komplett mit neuen Elkos bestückt und der M-STE läuft wieder. -
An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön für eure Tipps! - Ich dokumentiere die "Befunde" hier mal etwas umfangreicher, weil ich davon ausgehe, dass ähnliche Probs mehr und mehr an weiterer "Museums-Hardware" ;) auftreten werden:
Der parallel zum Lüfter liegende C24 war "leaky", also Durchgeschlagen, so dass R35 mit den an ihm abfallenden 12V überfordert war und sich unter Rauchzeichen verabschiedet hat.
Anstatt dieses Widerstandes habe ich nun einen 7805 eingesetzt; Wegen der im -12V-Zweig des Netzteiles 'gedrehten Potenziale' Pin1 an Masse. Dank 1k-Trimmpoti an Pin3 gegen -12V und 1k8 Widerstand an Pin2 gg. Pin3 lassen sich Spannung u. somit Lüfterdrehzahl nun zwischen 5..12V einstellen.
Ein Test der anderen ausgelöteten Elkos ergab, dass eine Vielzahl der großen Bauformen über die letzten ~25Jahre (Der M-STE ist Baujahr 1991) gut 10-15% ihrer Nennkapazität einbüßt hatten; Beispielsweise hatte C13 im 5V-Kreis nur noch 4192µF anstatt der >4700µF des neuen Exemplares.
Bei den kleinen, unscheinbaren Elko-Bauformen fällt auf, dass zwar die Kapazität i.d.R. noch ganz okay ist, aber der ESR ("Equivalent Series Resistance", bezeichnet den -unerwünschten!- Innenwiderstand eines Kondensators) im Gegensatz zu neuen Exemplaren deutlich über 1 Ohm liegt (z.B. C23).
Insgesamt liegt also die Vermutung nahe, dass die alten Netzteile an den im Forum nachlesbaren "Störungen" an manchen Atari-STs aufgrund unsauberer Spannungen nicht ganz unschuldig sein dürften. - Prüft eure Netzteile!
Gruß soldermaSTer
Elektrolytkondensatoren ersetzen durch Low-ESR-Typen mit Temperaturbeständigkeit bis 105°C:
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400V 120uF - ersetzen durch 150uF 400V
400V 10uF - ersetzen durch 10uF 400V
16V 1,000uF x 2 - ersetzen durch 16V 1500uF
10V 2,200uF - ersetzen durch 16V 4700uF
16V 4700uF - ersetzen durch 16V 4700uF
10V 680uF x2 - ersetzen durch 16V 1500uF
10V 100uF - ersetzen durch 10V 100uF
22uF 25V - ersetzen durch 22uF 50V
3.3uF 50V - ersetzen durch 10uF 50V
4.7uF 50V - ersetzen durch 10uF 50V
25V 100uF - ersetzen durch 220uF 50V (muss wg. R36 etwas erhöht montiert werden)
25V 220uF - ersetzen durch 220uF 50V
czietz:
Dass alternde Elkos zu Problemen führen, kommt in der Tat gerne vor, insofern ist Dein Rat, die Elkos in 25-30 Jahre alten Netzteilen zu erneuern, vollkommen richtig.
Allerdings scheinen die Netzteile, die Atari verbaut hat, meiner Erfahrung nach recht langlebig zu sein. Die Netzteile von zwei meiner drei STs habe ich auch aufgearbeitet, dort waren die alten ausgebauten Elkos bzgl. Kapazität und Leckstrom immer noch innerhalb der Toleranz, haben sich also augenscheinlich gut gehalten. Im Gegensatz dazu habe ich in ganz modernen, d.h. wenige Jahre alten Netzteilen schon den einen oder anderen komplett ausgetrockneten und kapazitätslosen Kondensator gefunden und getauscht.
ESR kann ich leider nicht messen, ist aber natürlich auch ein sehr wichtiger Faktor. Das bedeutet -- um Deine Tauschliste zu ergänzen --, dass man nicht einfach irgendeinen Elko mit passender Kapazität und Maximalspannung nehmen sollte, sondern nur Low-ESR-Typen. Mit irgendeinem Noname-Billig-Elko mit hohem ESR macht man die Ausgangsspannungen durch den Tausch sonst vielleicht sogar schlimmer! Zu guter Letzt bestücke ich Netzteile nur mit 105°C-Typen.
guest2696:
Hi czietz,
ich hab' den Low-ESR-Hinweis gerade noch ergänzt. - Dankeschön! - So langsam mal die 25-30 Jahre alten Elkos in den Atari-Netzteilen zu hinterfragen heißt eigentlich ja nur, in Betracht zu ziehen, dass deren End-of-Life bald erreicht sein könnte.
Auch ich finde -angesichts eigener Erfahrungen mit **modernen** Schaltnetzteilen- diese lange Zeitspanne sehr beachtlich, weil ich nicht glaube, dass die Neuhardware welche kommende Woche unter'm Weihnachtsbaum steht solange funktionieren wird. -
Mal ganz davon abgesehen, dass man in spätestens zwei Jahren eh wieder Schnelleres mit doppelter Auflösung und vierfacher Speicherkapazität haben MUSS. ::)
Gast120501:
Das mit ESR würde ich bei den alten Elkos nicht überbewerten, sicher, desto weniger, desto besser, was Reaktionszeit und Wärmeentwicklung der Elkos angeht. Aber damals waren bei Elkos die ESR-Werte allgemein noch etwas höher als heute. Low-ESR Elkos kamen eigentlich erst in den 2000ern in Mode, bedingt durch damals aktuelle Prozessoren und deren hyperschnelle Lastwechsel.
czietz:
Auch in den 1980ern wusste man schon, dass niederimpedante Elkos für Schaltnetzteile vorteilhaft sind. Aus einem der erwähnten Netzteile in einem meiner STs habe ich Nippon Chemicon SXE ausgebaut, die auch damals schon für den o.g. Zweck beworben wurden und ein niedrigen ESR aufweisen. Auch wenn sie damals vielleicht nicht ganz so gut waren wie heutige Low-ESR-Elkos, würde ich sie trotzdem nicht durch billige Feld-Wald-und-Wiesen-Elkos ersetzen, die nicht für den Einsatz in Schaltnetzteilen geeignet sind. (Allerdings wäre es auch Overkill, den Aufpreis für heutige Super-Ultra-Low-ESR-Elkos zu zahlen, wenn man nur gleichwertigen Ersatz sucht.)
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