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Atari ist tot...

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STeFan:
Mein Suendenfall ;D

Ein 286er mit 640KB Ram, 10MHz, 256KB Tseng VGA, 40MB HD,  5 1/4" Floppy und schon damals veralteter Tastatur (F-Tasten links, kein 10er-Block) war meine erste DOSe. Maus und Monitor waren nicht dabei, was auch nicht erforderlich schien, denn ich hatte mir inzwischen privat einen Mega STE 4/52 nebst NEC MultiSync IIID gegoennt (selbstverstaendlich gebraucht). Das  Spiel, fuer das die DOSe eigens angeschafft worden war, frass allein bereits den halben Festplattenplatz (20MB). Als dann die erste Soundblaster dazu kam, wurde es auch im Hauptspeicher arg eng und ich musste sonstwas fuer Kunststueckchen erlernen um, mit moeglichst wenig DOS, moeglichst viel Leistung zu erzielen. Folglich war wenig spaeter das erste "Upgrade" faellig. Ein (286er) 20MHZ Board mit NEAT Chipsatz und 2MB Ram wurde mir vom freundlichen Verkaeufer zum Spottpreis von 20 Mark frei Haus geliefert. Das waren die ersten Boards, bei denen man im BIOS rumpfuschen konnte, wovon ich ausgiebig Gebrauch machte. Gott weiss, wie oft ich die BIOS-Reset-Bruecke jumpern musste ..;D

Das spielte sich 1993 ab und in diesem Jahr packte mich auch das DFUe Fieber. Ich bestellte ueber 1&1 'n BTX Zugang und Drews Online (die ST Version, versteht sich). Von zu Hause aus probierte ich auch schon mal die kostenlos mitgelieferte PC-Software, fand deren Darstellungsqualitaet jedoch eher bescheiden und "surfte" auch weiterhin vorzugsweise mit dem privaten Mega STE4.

Waehrend all dieses geschah, versah nach wie vor der inzwischen ueppig aufgemotzte 520er in seiner potthaesslichen Verkleidung seinen Dienst im Buero, entlastet durch die Macs, aber nicht durch sie zu ersetzen. Das aenderte sich erst Mitte der Neunziger, als aus dem 286er ein 486er (SX25) geworden war und ich ein auf dem Flohmarkt zum Diskettenpreis ergattertes OS/2 2.0 installiert hatte. Zunaechst war das eine recht halbherzige Angelegenheit, als DUAL-BOOT installiert, was eine Menge Probleme mit sich brachte, besonders, wenn ich beim Defragmentieren unter DOS mal wieder die EAs von OS/2 verwuestet hatte.  :-[

Zu der Zeit verkaufte ich auch den Mac plus und liebaeugelte eigentlich mit der Anschaffung eines Falcon 030, den ich aus dem Erloes des Mac und dem Verkauf des Mega STE zu finanzieren gedachte. Der Betrag wuerde nicht reichen, das war klar, aber ich hoffte, dass bei Verzicht auf die interne Platte (eine 2,5" IDE Platte hatte ich bei der Abgabe des A 500 zurueckbehalten) ein entsprechender Preisabschlag auszuhandeln waere. Zu meinem Missvergnuegen zeigte sich die vereinigte Atari-Haendlerschaft in dieser Hinsicht jedoch als extrem unflexibel, so dass ich die Kohle aus dem Mac Verkauf in die DOSe steckte und den Mega STE einstweilen behielt.

Ab OS/2 2.11 wurde es dann Ernst. Das System wurde jetzt auch beruflich eingesetzt und ab Warp 3 waren die Apple Rechner ihre(n) Job(s) los und wurden mit Ausnahme des SE, der immer noch im Schrank steht und des Laserdruckers, den man ueber die serielle Schnittstelle auch unter OS/2 verwenden konnte, schnellstmoeglich verhoekert.

Wenig spaeter wurde mir dann endlich der schon lang ersehnte TT angeboten - natuerlich konnte ich nicht nein sagen, das Geraet war komplett und der Preis - naja nachgeschmissen war es nicht, aber guenstig und ausserdem war der Anbieter bereit, noch 'n halb ausgeschlachteten A2000 (ohne HD, Tastatur und Maus) als "Rabatt" oben drauf zu packen.  So griff ich zu, wenngleich der Atari-Zug, was die berufliche Nutzung anging, zu diesem Zeitpunkt eigentlich laengst abgefahren war. Ein Nachbar hatte kurz vorher einen Haufen Schrott aus der Protar-Konkursmasse angeschleppt. Sackweise SCSI Adapter-Platinen fuer ST und Amiga, teils teilbestueckt, teils noch unberuehrt verpackt und drei oder vier offensichtlich defekte 19" Bildschirme. Einen davon gelang es mir flottzumachen - es fehlte lediglich der Netzanschluss - er war also eher als "halbfertig, denn als defekt zu bezeichnen. Was will man mehr?

Nach und nach paeppelte ich dann auch den abgwrackten A2000 wieder auf. Heute schlaegt in ihm ein 68030 nebst CoPro mit 33MHZ und er verfuegt ueber eine 200MB SCSI-Platte, ein Single-Speed Apple CD-ROM und ueber eine, in bewaehrter Manier, mippm extraweichen Bleistift "reparierte" Tastatur ;D ..

Machen wir nun einen Sprung ins Jahr 1995. Unmittelbar nachdem WIN95 rauskam, konnte ich mir nicht verkneifen, ein Update in Form einer Art "Bookware" anzuschaffen. Ein ueber 750 Seiten starker Schinken von M$-Press, dem das W95-Update zum "upgraden" von DOS oder Win 3.x auf CD-ROM beilag. Der Preis war heiss - DM 89,-- statt DM 249,-- - da gab es kein Halten. Im Vergleich mit Warp zog das neue Windows freilich klar den Kuerzeren.

Ein Beispiel: Eine offenbar fehlerhafte CD mit Grafiken soll mit Paint-Shop pro gelesen werden. Windows kaut 'ne Weile auf dem Teil rum und spuckt dann 'n Blue-Screen aus. CD raus, Reinigungsversuch, wieder rein: kein Erfolg; ohne die CD, will Windoofs aber auch nicht zur Taesordnung uebergehen, lieber stuerzt es nach dem dritten oder vierten Versuch das Teil zu lesen endgueltig ab.

Anschliessend OS/2 gestartet und PaintShop im  "Seamless Windows" Modus aufgerufen. Gespannt warten wir was geschehen wird -
Wie wird die Fehlermeldung aussehen?
Wird nur Paintshop abstuerzen oder wird es wieder das ganze System in den Orkus befoerdern?

Und - ?? Nix schlimmes passiert, nicht mal die klitzekleinste Fehlermeldung wird ausgegeben und die CD wird, wenn auch langsam, so doch vollstaendig gelesen.

Weitere Widrigkeiten:
- Win95 verweigert die Kooperation mit (dem teuer erworbenen) Novell-DOS 7. Es laesst sich zwar, wenn es ein installiertes WIN 3.x entdeckt aufspielen; man kann allerdings anschliessend kein reines DOS mehr starten.

- Nach totalem Systemcrash geloeschtes Win95 hinterlaesst massenhaft nicht loeschbare Dateien und Verzeichnisse. Norton Disk-Edit bringt es ans Licht: Die langen Dateinamen werden in der FAT mit Laufwerksattribut eingetragen. Wenn man hier das erste Zeichen gegen das Loeschzeichen tauscht verschwinden sie. Eine Arbeit die mich eine ganze Nacht kosten und zu der  - leider verspaeteten - Einsicht, dass formatieren und Neuaufspielen der einfachere Weg gewesen waere, kommen lassen wird.

Genug davon, Zeit fuer ein Resumee:

tbc ->

STeFan:
Was einen ST, STE, TT, Falcon030 so sexy macht
 ist imho vor allem:

1. die effiziente Ressourcenausnutzung und
2. die (spaetestens ab TOS 2.05) sehr komplexe GUI, die ueberdies  ausserst kompakt programmiert ist und komplett ins 256K ROM passt (siehe1.)
3. das aus 1 und 2 resultierende Tempo, der relativ hohe Komfort und die Resistenz gegen Systemzerfaserung.

Aergerlich: eine gewissen Inkonsistenz aber auch etwa die mangelnde Nutzung von GDOS o.ae. sowie der ganze Treiber und Formate Wirrwarr ueberhaupt.

Am Amiga hat mich geaergert, dass man zumindest mit den ersten WB-Versionen im Prinzip nix anfangen konnte. Ohne CLI oder irgendeinen File-Commander war man praktisch aufgeschmissen. Dazu kommt die eigenwillige Syntax, halb DOS halb UNIX, weder Fisch noch Fleisch, mit dem Vorteil allerdings, dass man das System quasi dynamisch ausbauen konnte. Das Multitasking (auch wenn auf nem 8MHz Rechner mit 1Mb relativ unsinnig) fand ich  ziemlich gelungen. Besonders den Effekt der "hintereinander" liegenden Bildschirme, die man rauf und runter ziehen konnte, fand ich absolut geil ..;D
Ein absoluter Bloedsinn hingegen: Fenster liessen sich nicht ueber den Bildschirmrand schieben, dafuer aber konnte man in einem Fenster praktisch einmal um den Aequator scrollen, auch wenn nur eine einzige Datei drin lag.

Der Mac hatte imho das letzte Mal mit der Einfuehrung von System 7 (OSX kam sehr spaet und ich kenne es nicht, deshalb lass ich es hier mal aus) knapp die Nase vorn und war damit schon drei Jahre spaeter eine hoffnungslos altmodische Kiste. Alle System-Upgrades bis zur Einfuehrung von OSX waren imho mehr oder weniger nur unvermeidliches und eher verlegenes Rumgefrickel. Das "Multitasking" war ein Lacher - "Drucken" und "Kaffeepause" praktisch als Synonym verwendbar. Die Benutzerfreundlichkeit gipfelte in Undurchsichtigkeit; wo man auf jeder DOSe mit einem einfachen Editor ein Problem loesen konnte, wurde einem vom Mac geflissentlich empfohlen, den Fachmann zu konsultieren.

Ueber Windows 9x gibts nicht viele Worte zu verlieren, jeder kennt es, etliche hassen es (oder geben zumindest vor, es zu hassen ;D ), eine huebsch bunte GUI fuer ein weitgehend inkompatibles DOS, im Grunde schon eine Frechheit. Ein System, das nichtmal in der Lage ist sich seinen Datentraeger selbst einzurichten. Lustig sind Meldungen wie diese (Aufruf von scandisk im abgesicherten Modus von W95SE): "Der Aufruf eines DOS Programms im abgesicherten Modus kann zu irreparablen Anzeigefehlern fuehren." - oder so aehnlich. ;D

Die anderen "Windoofs" Versionen (NT, 2000, XP etc.) haben mit Windows im Grunde nicht mehr gemein als  ein aehnliches "Look & Feel". Die Kompabilitaet zu aelteren DOS- Anwendungen geht inzwischen gegen Null. Im Grunde gnommen ein Taschenspielertrick.

Linux fand ich nach dem Erstkontakt ziemlich spannend, zumal es auf meinem damaligen Rechner (486SX) schneller lief als irgendwas anderes. Insgesamt aber ist es fuer den Hausgebrauch m.E. zu "erwachsen" geworden. Aus einem urspruenglich recht schlanken System ist ein fetter Ressourcenfresser geworden. Als Netzwerkserver - oder als System fuer System-Freaks ("Am Wochenende hab ich den Kernel XY neu compiliert. GEIL!") eine interessante Geschichte. Fuer "Otto Normalanwender" aber mindestens drei Nummern zu gross.

Nachtrag Seitdem es komfortable und geradezu idiotensichere Distributionen wie z.B. UBUNTU oder MINT Linux gibt, hat sich die Lage doch sehr veraendert. LINUX rulez!

Interessant fand ich die Archimedes Kisten von Acorn - leider hatte ich nur einmal einen recht kurzen Kontakt - Was da in nur einem MB ROM Platz fand: Hut ab!

Was mich an OS/2 Warp anturnt, ist vor allem die gut konfigurierbare Komplexitaet - oder wie immer man das nennen will, das ausgereifte und stabile Multitasking,  ich koennte noch die DOS-Kompabilitaet nennen, aber die spielt fuer mich so gut wie keine Rolle mehr, ausser wenn ich Lust habe, mal wieder ne Runde Colonization oder Formel 1 GP zu zocken. Ansonsten ist mein Interesse an Spielen gegen Null gesunken. STOP! das war jetzt geprahlt: die DOS Kompabilitaet ist fuer mich deswegen wichtig, weil die TOS-BOX unter DOS laeuft. Eigentlich 'ne witzige Angelegenheit: ein emulierter ST laeuft auf einem emulierten DOS unter OS/2 .. ;D ;D ;D

Nachtrag: Inzwischen geht es - mittels "Virtual PC" - auch noch perverser.

Ich denke, IBM hat sich keinen Gefallen mit den div. Ramsch-Aktionen via VOBIS, ESCOM etc. getan, die ihren Kunden das System eh nur aus strategischen Gruenden (um z.B. bei M$ bessere Konditionen herauszuschlagen) andrehten. Ein 4 MB Rechner mit Warp plus DOS und Win/OS2 Unterstuetzung plus komplett aufgespieltem Software-Bundle (M$-Works, Corel-Draw etc.) - das kann kann eigentlich nur zu Frustration fuehren ... Aber die meisten Leute kaufen offensichtlich mengenorientiert - auch wenn die Mengen zum groessten Teil aus Ballast bestehen. Sehr bedauerlich finde ich, dass IBM ein praktisches fertiges Warp fuer PPC noch vor Markteinfuehrung im "Giftschrank" verschwinden liess, sonst haette ich hier jetzt vermutlich 'nen PPC mit eCS ..;D

Was ist mit BEOS?
Ich hab's einmal installiert. Es sah nett aus aber was soll man mit 'nem nackten OS anfangen?

Im Grossen und Ganzen scheint das Rennen gelaufen und M$ es geMacht zu haben. Der einzige Weg, ein alternatives OS massenhaft zu verbreiten, koennte evtl. ueber (oder besser "durch") die "Hintertuer" Konsole fuehren. Sony bietet fuer die PS2 ja bereits Linux an, laesst aber leider eine eigene, schlankere Loesung vermissen.

Die TOS-Tage sind, sieht man mal von der Eignung als imho sinnvoller Freizeitbeschaeftigung ab, sicherlich endgueltig gezaehlt; viel gewonnen waere schon, wenn manch guter Ansatz (wie z.B. Kompaktheit und Ressourcenausnutzung sowie eine gewisse Unverwundbarkeit infolge der Unterbringung des OS im ROM) bei kuenftigen Entwicklungen auf anderen Plattformen aufgegriffen und perfektioniert wuerde.

Anhang: Meine Bekanntschaften (incl. "One Night Stands")

Atari:
Atari 520STFM, 1040ST, 1040STE, Mega ST4, MegaSTE, TT030,
Ausserdem:PC ? - (mit SCSI-Interface), Portfolio, Lynx I, Lynx II, Jaguar.

Commodore:
plus 4, C=64
Amiga 500, Amiga 600, Amiga 2000 (mit 32 MHZ 030 Karte),

Apple
Apple II, Mac SE, Mac Plus, Mac LC, Mac LC II, Performa 450 (68k),Perfoma 5200 (PPC)

PC
286/10 (war sogar 'n Markengeraet),  286/20, 486SX/25, Cyrix "486"/40 (eigentlich ein aufgebohrter 386 Proz), danach alles moegliche, vorlaeufiges Endstadium: Pentium 200MMX.
Ausserdem: Amstrad 808x,

Seitenspruenge:
Sinclair Spectrum
Apollo WS mit 68000er, 4Mb RAM, 165 MB HD, 16" RGB Monitor

"Familienmitglieder" derzeit:
Atari 520ST (div), Mega ST4, TT030/8/500/Protar 19" Screen. Portfolio, 800XL, Lynx I&II, Jaguar

C=plus4, C=64, A600, A2000(030/33MHz/8/200)

Mac SE 4/80/16MHz, Performa 450, Perfoma 5320 (PPC)

Ich glaub das wars ...

Ach nee die DOSe fehlt noch:
Pentium 200MMX, 128MB Ram, die Platten (2 IDE, 3 SCSI, ZIP100, SQ88, CD 44x, CDR 32/12/40
Derzeit installierte OS: Warp 4 und Win95

Nachtrag:
Die DOSe ist heute (2009) auch schon Schnee von gestern.
Hier mein aktuelles Geroedel, eigentlich auch schon wieder reif fuer's Museum.

;-)


[img=http://www.blues-browser.de/weirdos.gif][/img]

SchwedeII:
Na, STeFAN, da haste ja 'ne spannende Geschichte erzählt.
--- Zitat ---Linux fand ich nach dem Erstkontakt ziemlich spannend, zumal es auf meinem damaligen Rechner (486SX) schneller lief als irgendwas anderes. Insgesamt aber ist es fuer den Hausgebrauch m.E. zu "erwachsen" geworden. Aus einem urspruenglich recht schlanken System ist ein fetter Ressourcenfresser geworden. Als Netzwerkserver - oder als System fuer System-Freaks ("Am Wochenende hab ich den Kernel XY neu compiliert. GEIL!") eine interessante Geschichte. Fuer "Otto Normalanwender" aber mindestens drei Nummern zu gross.
--- Ende Zitat ---
Das muss ich leider bestätigen. Aber, wer sich mal mit Linux angefreundet hat, kann das System durchaus immer noch oder wieder sehr sparsam gestalten. Witzig ist z.B. folgendes:
SuSE macht sich's einfach: alles was als Modul geht, wird im Kernel als Modul eingetragen. Das stellt sicher, dass der Kernel läuft. Danach wird alles, was eine Abhängigkeit hervorrufen könnte (ich brauch keinen Apache, wenn ich nur im Internet rumserven will, SuSE meckert aber, wenn ich ihn entferne) auch installiert. Das macht das System fett und träge, aber es funzt. für den Einsteiger das richtige. Dann heisst es Bücher und Infos besorgen, Sytem ausdünnen (trotz der meckerei von YaST, irgendwann sollte YaST dann ruhen, weil er auch ungewollt Configs überschreibt, er ist der Meinung, das ist richtig so. Störrisches Ding) und wenn alles optimal läuft Ist der Kernel dran. Nun, das braucht seine Zeit. Man kann es auch machen, wie die Debianer, das Linux-Urgestein, aber dazu muss man dann doch schon langsam irgend etwas in dieser Richung studiert haben. Deren Motto ist nämlich: Du musst doch wissen, was Dein Rechner macht!!  :o
Wenn ich mir die Register der 68000 CPU anschaue und das dann auf die PC-Hardware umstetze (komplizierter und umfangreicher), kann ich ja gleich selbst ein komplettes OS schreiben. Das ist Unsinn, es kann nicht jeder, der einen Rechner haben will, Info studieren. Andere wollen (oder müssen einfach) das Ding nur nutzen. Dafür braucht's ein stabiles OS.
Nun, ich hab Mint auf meinem TT und muss sagen: riesig!!! ist aber nur für den TT ratsam. Mint mit einem laufenden AES und Netzwerk frisst satte 10-14 MB. Wenn dann noch Samba dazu kommt, sind über 20 MB weg (man höre und staune). Aber, im Vergleich zur DOSE eben sehr stabil.  ;)
Wer das alles nicht will, dem empfehle ich nach wie vor das TOS. Macht keine Probleme.  ;D Mehr muss ich dazu nicht sagen.

--- Zitat ---Die anderen "Windoofs" Versionen (NT, 2000, XP etc.) haben mit Windows im Grunde nicht mehr gemein als  ein aehnliches "Look & Feel".
--- Ende Zitat ---
Nun, das liegt wohl daran, weil sie auch was völlig anderes sind. Auch wenn es nicht so ausschaut, bis zum WIN 98 war das OS immer noch ein auf's DOS aufgesetztes Windows, so wie man das vom 3.1 her kennt. NT dagegen ist etwas völlig neues mit anderer Speicherorganisation etc. Ich hab 'ne umfassende Doku zu Hause, über NT 3.0, da wird dann einiges klar. Das 2000 und XP sind ebenfalls NT-Varianten.
XP wär 'ne prima Sache, das dumme ist nur, das Gates da gleich wieder Müll einbauen musste, um sich seine Marktposition zu sichern. Man sollte nicht vergessen, Gates ist nicht der Erfinder von DOS oder Windows, der Kerl hat überhaupt keine Ahnung. Er ist nur der DIEB und Bewirtschafter desselben.
Das ist der Grund, warum ein eigenlich gut gedachtes OS solche Macken hat. Er ist mehr damit beschäftigt, seine Position zu halten, als ein gutes OS schreiben zu lassen. Das UR-DOS wurde von seinem Freund geschrieben und über IBM gross gemacht. (ja, PC-DOS und MS-DOS stammen aus der gleichen Feder!) Der Erfinder von DOS dagegen ist lange raus aus dem Laden.
Nur unser Atari ging da andere Wege. IBM wollte, das DRI Das OS für sie Programmierte, aber es kam nie zu einem Geschäftsabschluss. Das aber war IBMs erste Wahl. Nun ratet mal, wer Euer GEM schrieb?? Ja, so kann's eben kommen.

STeFan:
Hallo Schwede,
freut mich, dass Du Deinen Spass an meinem Elaborat hattest. Ich hab hier so vor mich hingetippt, die Zeit verflog und am Ende passte das Ding nicht in einen einzelnen Post, so dass ich's stueckeln musste.


--- Zitat ---Nun, das liegt wohl daran, weil sie auch was völlig anderes sind. Auch wenn es nicht so ausschaut, bis zum WIN 98 war das OS immer noch ein auf's DOS aufgesetztes Windows, so wie man das vom 3.1 her kennt. NT dagegen ist etwas völlig neues mit anderer Speicherorganisation etc. Ich hab 'ne umfassende Doku zu Hause, über NT 3.0, da wird dann einiges klar. Das 2000 und XP sind ebenfalls NT-Varianten.
--- Ende Zitat ---
Das ist mir bekannt und ich habe es (hier) als bekannt vorausgesetzt. NT ist ein Zukauf gewesen.

Was die Entwicklung von DOS angeht: Ich weiss nicht ob Du mit Gates "Freund" Paul Allen meinst, den M$ Mitbegruender. Der hat DOS jedenfalls ebensowenig geschrieben, wie Gates selber. So weit ich weiss hat Gates das "Ur-DOS" einer anderen Bude in Silicon Valley abgepokert. In den Vorverhandlungen soll nur von "lizensierung" die Rede gewesen sein, bei Vertragsabschluss aber soll Gates 50.000 US$ auf den Tisch gepackt haben nach dem Mut "I buy or You may die." ;D
Er hat's also halbwegs ehrlich erworben ;D. Mag sein, dass Allen das Ganze dann fertig gebastelt hat, entwickelt hat er's jedenfalls nicht.

Zur Rolle, die DRI in diesem Zusammenhang spielte: Die hatten das Quasi-Monopol fuer den damaligen Quasi-Industriestandard CP/M und waren sich anscheinend zu sicher, dass IBM nicht an ihnen vorbeikommen wuerde. Jedenfalls heisste es, dass das arrogante Auftreten von DR Chef Kildall den Ausschlag fuer die Entscheidung zu Gunsten von Gates gegeben. habe. Kildall jedenfalls hatte das Nachsehen und versuchte spaeter diese Schlappe wenigstens zum Teil mit der Heruasgabe von DR-DOS und GEM wieder wettzumachen. Wie und Wo das endete wissen wir ja alle.

MIt M$ hat unser geliebtes  TOS jedenfalls nix zu tun, nicht einmal prenatal. ;D

Gates hingegen war gerissen genug, das occssionell erbeutete DOS an IBM nicht etwa einfach weiter zu verhoekern, sondern es lediglich zu lizensieren und sich das Recht vorzubehalten, es selbst anderen Herstellern anbieten zu duerfen. Deswegen auch die unterschiedliche Namensgebung (PC/MS DOS).

Wo wir schon mal dabei sind sollten wir vielleicht nicht unerwaehnt lassen, dass auch die "Edlen Ritter vom angefressenen Apfel", was den weiteren Gang der Dinge und den Aufstieg von M$ angeht, eine nicht gerade ruehmliche Rolle gespielt haben. Dass heute auf so ziemlich jedem PPPC Windows laeuft und nicht etwa ein weiterentwickeltes GEM, daran sind Jobs und Co auch nicht ganz unschuldig. Schliesslich haben sie alles was es wagte auf nem anderen Rechner-System ein GUI zu implementieren in Grund und Boden geklagt. (Ja - am Anfang haben sie AUCH gegen M$ gestritten, ich weiss).

Guck Dir mal GEM auf der DOSe an:
Der Dektop muss mit mindestens einem offenen Fenster gestartet werden. Laufwerke muessen in Fenstern liegen udn duerfen nicht direkt auf dem Desktop abgelegt werden. Die Zahl der offenen Fenster im Desktop ist auf zwei beschraenkt. Es gibt keinen Papierkorb auf dem Desk. (Diese Restriktionen gelten im uebrigen auch fuer WIN bis Vers. 3.xx) Auch auf der Amiga WB gibt es z.B. keinen Muelleimer auf dem Desktop, sondern nur in Fenstern.

Seine Markmacht musste Gates sich jedenfalls erst einmal erringen und dabei hat ihm letztlich (wenn auch unbeabsichtigt) Apple Schuetzenhilfe geleistet. Guck Dir mal an wie Windows 1985, als der ST erschien, aussah - falls es da ueberhaupt was zu gucken gibt ;D - und ueberleg Dir dann mal, wie die PC-Welt moeglicherweise aussaehe, wenn das GEM in der vom ST her bekannten Form auch auf dem PC haette eingesetzt werden duerfen ...
Das rigide Verhalten von Apple laesst sich vielleicht durch das massenhafte Cloning von Apple II Rechnern erklaeren. Nochmal wollte man sich eben nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Deswegen gabs das OS des Mac - im Gegesatz zum DOS des Apple II - auch nicht ohne die zugehoerige Hardware zu kaufen.


Das Ende vom Lied kennen wir alle: Es gibt kaum Macs, dafuer sind die wenigen, die es gibt aber (praktisch) alles "Originale", und jede Menge sog. "IBM-PC", von denen kaum einer von IBM produziert wurde, weshalb sich neuerdings die Bezeichnung "Windows-PC" immer staerker zu verbreiten scheint. Und das, obwohl "Windows" im engeren Sinne ( bis 9x) im Prinzip auch bereits so gut wie "tot" ist.
.. ;D



 


jens:
Afaik gibt es wieder ein original aussehendes Gem für PC's.
Und zum Thema Mac:
Ich habe 9.1 auf meinem 8600 mit G3/400. Sehr schönes System.
Auf dem IIci habe ich 7.5.3; das läuft auch sehr gut. Will evtl. mal 8.1 ausprbieren. Mit 64 MB Ram kann man schon Einiges reißen. ;D
Mein PC steht meistens nur noch ungenutzt rum - auch, weil es für Vieles vernü+nftige Atari-Software gibt. :D

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